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Erneut in den Schlagzeilen: Die Hormonersatztherapie

[27.02.2004]  In den vergangenen Monaten wurde viel über die Brustkrebs-Risikoerhöhung durch Hormon-Ersatztherapie berichtet. Daten einer neuen Studie zeigen nun, dass die Hormonbehandlung bei Brustkrebspatientinnen das Risiko für das Wiederauftreten des Tumors deutlich erhöht.

 

Schwedische Forscher hatten die Auswirkung einer Hormonersatztherapie (= HRT, Abkürzung für englisch Hormone Replacement Therapy) bei Brustkrebspatientinnen untersucht. Als deutlich wurde, dass bei Frauen mit HRT gehäuft Brustkrebs-Rückfälle auftraten, wurde die Studie vorzeitig abgebrochen.

Dabei war die Rückfallquote enorm: Von 345 Frauen war die Krankheit bei 26, die mit Hormonen behandelt worden waren, erneut ausgebrochen. Dagegen war nur bei 7 Frauen ohne HRT ein Rückfall aufgetreten. Dieser deutliche Unterschied veranlasste die schwedischen Forscher um Lars Holmberg vom Universitätskrankenhaus in Uppsala , die Studie vorzeitig nach zwei Jahren abzubrechen. Die Frauen, die eine HRT eingenommen hatten, wurden angewiesen, diese einzustellen. Sie sollen nun weitere fünf Jahre regelmäßig untersucht werden.

Ursprünglich hatten die Mediziner 1.300 Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert und behandelt worden war, über fünf Jahre hinweg beobachten wollen. Ein zufällig ausgewählter Teil der Patientinnen erhielt dabei in der Menopause eine HRT, während bei allen anderen Patientinnen die Wechseljahresbeschwerden ohne Hormone behandelt wurden.

Die Forscher weisen in ihrer Veröffentlichung darauf hin, dass auch eine kurzzeitige HRT unakzeptabel hohe Risiken für Frauen berge, die bereits an Brustkrebs erkrankt seien. Deshalb müssen nach neuen und effektiven Methoden zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden gesucht werden.

HRT hat nichts mit Hormontherapie bei Brustkrebs zu tun!
Die HRT war in den letzten Monaten häufiger in Schlagzeilen zu finden, da neue Daten zeigten, dass das Brustkrebsrisiko durch die jahrelange Hormoneinnahme erhöht wird. Leider wurden durch die Berichte auch Patientinnen verunsichert, denn häufig wurde nicht von "Hormonersatztherapie", sondern nur von "Hormontherapie" gesprochen. Ein Begriff, mit dem ganz unterschiedliche Therapien bezeichnet werden. Auch solche, die eine wichtige Rolle bei der Brustkrebsbehandlung spielen. Sie haben mit den in die Kritik geratenen "Hormonersatzpräparaten" überhaupt nichts zu tun.

Brustkrebs-Patientinnen erhalten oft zusätzlich zur Chemo- oder Strahlentherapie eine Hormonbehandlung. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine "Antihormon-Therapie". Denn im Gegensatz zur HRT, bei der dem Körper Hormone zugeführt werden, werden bei der "Antihormon-Therapie" dem Körper Hormone entzogen. Durch diesen Entzug wird das Krebswachstum gestoppt. So können durch die zusätzliche Antihormon-Therapie mehr Frauen mit einem frühen Brustkrebs geheilt oder Rückfälle hinausgezögert werden. Zur Antihormon-Therapie bei Brustkrebs werden Antiöstrogene (z.B. Tamoxifen) und Aromatasehemmer (z.B. Anastrozol) eingesetzt.

Die Antihormon-Therapien bei Brustkrebs haben in den letzten Jahren zunehmend an Stellenwert gewonnen. Sie sind nicht nur gut wirksam, sondern auch sehr gut verträglich. Brustkrebs-Patientinnen dürfen sich auf keinen Fall durch die Berichte zur HRT verunsichern lassen!

Quellen:
L Holmberg, H Anderson, for the HABITS steering and data monitoring committees*. HABITS (hormonal replacement therapy after breast cancer--is it safe?), a randomised comparison: trial stopped. Lancet 2004; 363 


 

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