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Krebsexperte ruft zur Teilnahme an großer Präventionsstudie auf

[20.05.2004]  Brustkrebs tritt in den verschiedenen europäischen Staaten unterschiedlich häufig auf. Positiv ist, dass die Sterblichkeitsrate in Europa allgemein abnimmt und die betroffenen Frauen heute länger überleben. Diese aktuellen Trends und andere Fakten veröffentlichte die Federation of European Cancer Societies (FECS) vor Beginn der vierten europäischen Brustkrebskonferenz in Hamburg.

 

Brustkrebs ist in Europa die häufigste Krebserkrankung der Frau. Allein für das Jahr 2000 wird die Anzahl der Neuerkrankungen auf rund 350.000 Fälle geschätzt (2000 ist das letzte Jahr, für das statistische Zahlen von allen europäischen Ländern vorliegen). In Deutschland gehen die Experten davon aus, dass jedes Jahr über 51.000 Frauen an Brustkrebs erkranken und über 19.000 daran sterben.

Unterschiedliche Inzidenzen in Europa
Nördliche und westliche europäische Staaten weisen eine höhere Häufigkeitsrate (Inzidenz) von Brustkrebs als südliche und östliche Länder auf. So erkranken in den Niederlanden mit 92 Fällen pro 100.000 Einwohner doppelt so viele Frauen an Brustkrebs im Vergleich zu den Ländern mit den niedrigsten Häufigkeitsraten wie beispielsweise Rumänien, Slowakei (beide 46 Fälle) und Mazedonien (39 Fälle).

Experten erklären sich dies zum Teil damit, dass Risikofaktoren in den nördlichen und westlichen Staaten vermehrt auftreten. Dazu zählen eine frühere Pubertät, späteres Alter bei der ersten Geburt, größere Rate an Kinderlosigkeit, spätere Menopause sowie Unterschiede in Körpergröße und Gewicht. Auch die Ernährung kann die Inzidenz von Brustkrebs beeinflussen. Allerdings sind die genauen Zusammenhänge bislang noch unklar, sodass aktuell zu diesem Thema viele Untersuchungen durchgeführt werden.

Einige der Unterschiede zwischen Ost/Süd und West/Nord führen Krebsspezialisten auf die Etablierung von verschiedenen Früherkennungsprogrammen zurück: Denn gerade eine neu eingeführte sorgfältige Früherkennung kann zu einem Anstieg der diagnostizierten Fälle im Frühstadium führen.

Die Entwicklung der letzten 50 Jahre zeigt einen kontinuierlichen Anstieg der Brustkrebs-Fälle. In Großbritannien beispielsweise stieg die Anzahl von 1979 bis 1999 von 75 auf 117 Fälle pro 100.000 Frauen. Im Schnitt hat die Inzidenz pro Jahr in den meisten Ländern um 1,5 Prozent zugenommen.

Sterblichkeit nimmt ab
Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate in Europa liegt bei 37,4 Prozent. Während hierzulande 37 Prozent aller an Brustkrebs erkrankten Frauen sterben, sind es in Schweden nur 24 Prozent, in Finnland 25 Prozent und in Griechenland 31 Prozent. Am schlechtesten schneidet Island ab. Dort sterben rund 57 Prozent aller erkrankten Frauen.

Seit zirka 20 Jahren nimmt die Sterblichkeit in vielen Ländern ab. Zuvor gab es seit 1955 einen kontinuierlichen Anstieg, der erst in den späten 80ern seinen Höhepunkt erreichte. Die Gründe für die verringerte Sterblichkeit sehen die Experten in der frühen Diagnose, sofortigen Operation, spezialisierten Versorgung und der verbesserten medikamentösen Behandlung – dabei sind besonders die Anti-Hormontherapien mit Tamoxifen oder den Aromatasehemmern hervorzuheben.

Allerdings nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, in den Ländern unterschiedlich stark ab. Während es in einigen Staaten wie beispielsweise Deutschland und Großbritannien erheblich gesunken ist, gibt es in anderen Ländern wie den Niederlanden und Spanien nur eine geringe Reduktion und in Griechenland nimmt die Sterblichkeit sogar zu.

Längeres Überleben
Auch die Überlebensdaten variieren innerhalb der europäischen Staaten. Generell leben Frauen mit Brustkrebs heutzutage länger als vor zwanzig Jahren. Dies zeigt die Entwicklung der so genannten Fünf-Jahres-Überlebensrate, die angibt, wie viel Prozent der Frauen noch fünf Jahre nach der Diagnose leben. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt heute im Schnitt bei 77 Prozent und ist damit seit der letzten Erhebung um 7 Prozent gestiegen. Zwischen den einzelnen Ländern schwankt die Zahl zwischen 60 bis 80 Prozent. Dabei schneiden Finnland, Schweden, Frankreich, Italien und die Schweiz am besten ab: Ihre Raten liegen bei 80 Prozent, während Frauen mit Brustkrebs in den meisten östlichen Staaten weniger gute Überlebens-Chancen haben. Dort nimmt die Fünf-Jahres-Überlebensrate zwar auch zu, aber weniger stark, sodass sich der Unterschied zwischen den westlichen und den östlichen europäischen Staaten voraussichtlich auch in den nächsten Jahren weiter vergrößern wird.

Quelle:
Pressemitteilung „Trends in Breast Cancer", Verband der Europäischen Krebsgesellschaften (Federation of Europain Cancer Societies), 4. Europäische Brustkrebs-Konferenz, Hamburg, 16.-20.04.2004


 

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