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Dichtes Drüsengewebe erschwert Brustkrebs-Früherkennung

[03.06.2004]  Frauen nach den Wechseljahren weisen heutzutage oft ein festes Brustgewebe auf, dass mehr als früher den Brüsten von jungen Frauen ähnelt. Dieses dichtere Brustgewebe kann die Früherkennung von Brusttumoren mithilfe der Mammographie erschweren.

 

Dichtes Brustgewebe ist drüsig und wird weiß auf dem Röntgenfilm abgebildet, während das weniger dichte Gewebe aus Fett besteht und schwarz erscheint. Das dichte Gewebe kann die Früherkennung erschweren, da die weiß abgebildeten Bereiche auf dem Mammographie-Bild mögliche Brusttumore überdecken können. Generell lässt die Dichte des Brustgewebes im Alter nach. Besonders bei Frauen, die Kinder geboren haben. Je dichter das Brustgewebe der jungen Frau ist, desto länger dauert es, bis dieses Gewebe im Alter lockerer wird.

Krebsexperten aus den Niederlanden haben nun den Einfluss des dichten Brustgewebes auf die Früherkennung in einer großen Studie untersucht. Die Ergebnisse stellten sie auf der vierten Europäischen Brustkrebs-Konferenz in Hamburg vor.

Fast jede zweite Frau im Alter von 50 bis 54 weist dichtes Brustgewebe auf

Von 54.000 Frauen, die alle zwei Jahre an einem Früherkennungs-Programm teilnahmen, wurden 2000 Frauen zufallsverteilt ausgewählt. Die Mammographien dieser Frauen wurden als „dicht" bezeichnet, sobald mindestens ein Viertel der Brust als dichtes Gewebe abgebildet wurde. Brüste, die auf dem Bild weniger als ein Viertel „dicht" erschienen, wurden als „locker" klassifiziert.

Die Auswertungen in den Niederlanden ergaben, dass ein Viertel der 50- bis 69-Jährigen eine ähnlich dichte Brust wie die einer junge Frau aufwiesen. Bei den 50- bis 54-Jährigen war dies sogar bei fast der Hälfte der Frauen - 44 Prozent – der Fall. Bei den 65- bis 69-Jährigen waren es hingegen nur noch 17 Prozent.

Mögliche Erklärungen für erhöhtes Auftreten von dichtem Brustgewebe
Warum das Gewebe der Frau heute auch im Alter eine dichte Konsistenz aufweist, ist noch nicht bekannt. Aber es gibt Erklärungsmöglichkeiten. So berichtete der Radiologe Fred van der Horst vom Brustkrebszentrum Nijmegen , dass die Veränderung zum Teil damit zusammenhängen könne, dass Frauen heute weniger oder gar keine Kinder bekämen. Hingegen komme die Hormonersatztherapie als möglicher Verursacher nicht in Frage, denn in den Niederlanden hätten nie mehr als 15 Prozent der Frauen eine solche Therapie durchgeführt.

Bei dichtem Brustgewebe ist die Mammographie weniger zuverlässig
Die Forscher kalkulierten, wie zuverlässig mithilfe der Mammographie bei der Früherkennung Brustkrebs nachgewiesen werden kann. Bei den Frauen mit dichtem Gewebe betrug die Sensitivität 59 Prozent, bei den Frauen mit lockerem Gewebe stieg sie dagegen auf 67 Prozent. Die Gefahr bei dichtem Brustgewebe, vorhandene Tumoren nicht zu entdecken, ist demnach größer als bei lockerem Brustgewebe.

Um Unsicherheiten abzuklären, sind Entnahmen von Gewebeproben notwendig. Da diese in vielen Fällen den Verdacht auf Brustkrebs nicht bestätigen, erhöht sich zwangsläufig die Anzahl der Gewebeuntersuchungen ohne Befund.

Wie kann die Zuverlässigkeit der Mammographie bei dichtem Gewebe verbessert werden?
Was kann getan werden, um die Zuverlässigkeit der Mammographie bei Frauen mit dichtem Brustgewebe zu verbessern? Van der Horst berichtete, dass eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) die Früherkennungs-Chancen bei dichtem Brustgewebe verbessern könne. Denn im Ultraschall-Bild wird das Krebsgewebe schwarz abgebildet. Allerdings würden die bisherigen Erfahrungen noch nicht ausreichen, um den Einsatz einer zusätzliche Sonographie im breiten Umfange zu rechtfertigen.

Weiter könne es sein, dass eine Mammographie alle zwei Jahre bei Frauen zwischen 50 und 55 Jahren nicht ausreichen würde. Auch sei der vermehrte Einsatz von modernen hochauflösenden Mammographie-Geräten möglich, mit deren Hilfe teilweise die im dichten Brustgewebe verborgenen Tumoren nachgewiesen werden könnten. Allerdings seien alle Verbesserungen mit zusätzlichen Kosten verbunden, sodass möglichen Änderungen nur mit der Zustimmung der Verantwortlichen des Gesundheitswesens beschlossen werden könnten.

Quelle:
Pressemitteilung „More older women are retaining ‘young' breasts causing potential screening problems” 4. Europäische Brustkrebs-Konferenz, Hamburg, 16.-20.03.2004


 

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