Home > Interessierte Frauen > Aktuelles/News > Archiv 2004 > Auch über 60 sollten Frauen regelmäßig Sport treiben

Auch über 60 sollten Frauen regelmäßig Sport treiben

[20.10.2004]  Erfreulich ist, dass Frauen in Deutschland im Alter intensiver und regelmäßiger Sport treiben als dies früher der Fall war. Allerdings nimmt die sportliche Aktivität bei den über 64-Jährigen ab. Dabei steigt gerade im Alter über 60 das Brustkrebsrisiko an. Da das Risiko durch regelmäßigen Sport gesenkt werden kann, sollten Frauen auch im Alter dreimal in der Woche ihren Körper in Schwung bringen.

 

Der Sportwissenschaftler Dr. Christoph Breuer von der Technischen Universität Chemnitz untersuchte in einer Studie die Entwicklung und Stabilität sportlicher Aktivität im Lebensverlauf. Dabei nutzte er Daten der Langzeituntersuchung sozioökonomisches Panel (SOEP), die seit 1984 erhoben werden. Das Ergebnis: Frauen in Deutschland treiben im Alter intensiver und regelmäßiger Sport und die Zahl derjenigen nimmt zu, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren kontinuierlich sportlich aktiv sind. Damit widerlegt Breuer die klassische sportwissenschaftliche These, dass die Menschen mit zunehmendem Alter weniger Sport treiben.

Das mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich klingen. Denn Fakt ist auch, dass bei Betrachtung eines bestimmten Zeitpunkts die Quoten der Sporttreibenden bei den Älteren deutlich geringer sind als bei den Jüngeren. Dies liegt jedoch daran, dass die heutigen Alten auch in ihrer Jugend weniger Sport getrieben haben. Unter anderem deshalb, weil sie nicht so lange zu Schule gegangen sind, denn mit steigender Bildung steigt auch das sportliche Engagement. Betrachtet man mit dem SOEP den individuellen Alterungsverlauf, erkennt man, dass im Alter das sportliche Engagement nicht oder nur wenig zurückgeht.

Im Vergleich von Männern und Frauen zeigt die Studie deutliche Unterschiede. Bei den Männern nimmt das regelmäßige sportliche Engagement besonders in den Altersgruppen der 35- bis 44-Jährigen sowie der über 64-Jährigen ab. Bei der weiblichen Bevölkerung dagegen steigt der Anteil derjenigen, die regelmäßig Sport treiben, in fast allen Altersgruppen trotz zunehmenden Lebensalters. Allerdings nimmt der Anteil wie bei den Männern im Alter über 64 Jahren ab.

Brustkrebs: Risiko kann durch Sport gemindert werden
Dabei steigt die Gefahr für die Frauen, an Brustkrebs zu erkranken, gerade im Alter. Nach Worten des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Diethelm Wallwiener, sind besonders die Frauen im Alter von 62 Jahren und darüber gefährdet. Regelmäßiger Sport kann dieses Risiko senken. Dabei reicht es bereits aus, dreimal in der Woche den Körper in Schwung zu bringen. Frauen, die fünfmal in der Woche für jeweils eine halbe Stunde walken, radfahren oder schwimmen, können ihr Risiko am stärksten reduzieren - im Schnitt um fast 20 Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen die US-Forscherin Dr. Anne McTieran und ihre Kollegen, die bei über 74.000 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren untersuchten, welchen Einfluss körperliche Bewegung auf das Risiko hatte, an Brustkrebs zu erkranken.

Frauen sollten deshalb auch im Alter über 60 auf eine regelmäßige sportliche Bewegung achten. Ausdauersport senkt nicht nur das Brustkrebsrisiko, sondern hat weitere positive Effekte: Er stärkt das Herz-Kreislaufsystem und zögert so Alterungsprozesse hinaus. Dabei müssen im Alter keine Hochleistungen erzielt werden. Eine Sportart, die auch im Alter leicht betrieben werden kann und bei den 50- bis 60-Jährigen sehr beliebt ist, ist das Nordic Walking.
Sabine Stürmer/Medizinjournalistin

Quellen:
DIW Berlin, Pressemitteilung „Immer mehr Frauen treiben im Alter regelmäßig Sport“ vom 15.07.2004
Deutsche Gesellschaft für Senologie, Pressemitteilung „Brustkrebsrisiko wird von Frauen unterschätzt“ vom 05.09.2004
Journal of the American Medical Association 2003; 290: 1331-1336

 


 

Hinweis

Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten

Fachbegriffe

Lexikon