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Was tun bei DCIS, LCIS, ADH und ALH?

[17.12.2004]  Hinter der Abkürzung DCIS verbergen sich entartete Zellen, die als Krebsvorstufen gelten, da sich aus ihnen Brustkrebs entwickeln kann. Mit LCIS, ADH und ALH werden geschädigte Zellen im Brustgewebe bezeichnet – der Mediziner spricht von „gefährlichen Läsionen“, da auch sie das Risiko für eine Brustkrebserkrankung erhöhen.

DCIS und die Läsionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf ihren Ursprungsort begrenzt sind. Erst, wenn sich die entarteten DCIS-Zellen ausdehnen und in benachbartes Gewebe eindringen, liegt ein invasiver Brustkrebs vor. Von den Läsionen kann erst dann eine Krebsgefahr ausgehen, wenn sich entartete Zellen bilden. Experten gehen heute davon aus, dass es Vorstufen bzw. Läsionen gibt, die lebenslang auf ihren Ursprungsort begrenzt bleiben und sich somit nie zu einem Brustkrebs entwickeln. 15 bis 25 Prozent dieser veränderten Zellen bleiben über Jahre auf ihren Ort begrenzt und entwickeln sich erst dann zu einem bösartigen Brusttumor.

Krebsvorstufe DCIS und die Läsionen LCIS, ADH und ALH
DCIS steht für „duktales Carcinoma in situ“; LCIS für „lobuläres Carcinoma in situ“. Beide bestehen aus entarteten Zellen, die „am Ort bleiben“ (situs = der Ort). Das duktale Carcinoma in situ befindet sich in den Milchgängen der Brust („Ductus“ bezeichnet im Lateinischen einen „Gang“); das lobuläre Carcinoma in situ tritt in den Drüsenläppchen der Brust auf („Lobus“ heißt im Lateinischen „Lappen“).
Mit der Abkürzung ADH wird die „Atypische duktale Hyperplasie“ und mit ALH die „Atypische lobuläre Hyperplasie“ bezeichnet, die man wie das LCIS zu den gefährlichen Läsionen rechnet. Dabei handelt es sich um eine erhöhte Anzahl abnormaler Zellen in den Milchgängen bzw. in den Drüsenläppchen.

Mikrokalk kann auf Krebsvorstufen hinweisen
Mikrokalk-Herde im Mammogramm können auf Krebsvorstufen oder Läsionen hinweisen. Dabei ist der Kalk in der Brust an sich nichts Böses, sondern in der Regel ein Anzeichen von gutartigen Veränderungen des Drüsengewebes. Nur wenn Kalkkörnchen verschiedener Größe strahlenförmig in Gruppen, die unregelmäßig begrenzt sind, zusammenliegen, könnte eine Krebsvorstufe oder eine Läsion vorliegen.
Von solchen „verdächtig“ erscheinenden Mikrokalk-Herden werden Gewebsproben entnommen und genau untersucht. Wird dabei ein DCIS entdeckt, wird der gesamte Kalkbereich durch eine Operation entfernt. Anschließend erfolgt eine Nachbestrahlung und/oder eine Antihormontherapie. Die Heilungs-Chancen liegen bei 94 bis 96 Prozent. Die Läsionen LCIS, ADH und ALH müssen hingegen meistens nicht vollständig entfernt werden. Eine regelmäßige Kontrolle reicht aus.

Besondere Vorsorge bei Frauen mit Krebsvorstufen oder Läsionen
Frauen, bei denen bereits eine Krebsvorstufe oder eine gefährliche Läsion festgestellt wurde, haben im Durchschnitt ein 5 bis 7fach erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Deshalb sollten Betroffene regelmäßig zur Früherkennung gehen, damit Veränderungen oder gar ein Brustkrebs möglichst früh entdeckt werden können.
Wenn Sie Ihre Wechseljahre hinter sich haben und bei Ihnen bereits Krebsvorstufen oder Läsionen diagnostiziert wurden, kommt für Sie eventuell auch eine medikamentöse Vorbeugung im Rahmen des IBIS-II-Programms in Frage. Bei diesem Programm nehmen Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko über fünf Jahre eine Antihormontherapie ein, um dem Brustkrebs vorzubeugen. Bei den Medikamenten handelt es sich um die Antihormone Tamoxifen und Anastrozol, die sich bereits erfolgreich sowohl in der Therapie als auch in der Vorbeugung bewährt haben.
Sie können sich über dieses Programm ausführlich auf dieser Internetseite unter „IBIS-II-Programm“ informieren. Falls Sie noch Fragen haben oder am Programm teilnehmen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt zu einem Prüfzentrum auf. Die Liste der Prüfzentren finden Sie hier.


Quellen:
Franceschi S, Levi F, La Vecchia C, Randimbiso L, Te VC: Second cancers following in situ carcinoma of the breast. Int J Cancer 1998, 77, S.392-395

 


 

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