Home > Interessierte Frauen > Aktuelles/News > Archiv 2005 > HRT kann Zuverlässigkeit der Mammographie beeinflussen

HRT kann Zuverlässigkeit der Mammographie beeinflussen

[24.02.2005]  Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann die Brustdrüsendichte erhöhen und damit die Entdeckung von Knoten mittels Mammografie erschweren, wie nun erneut durch eine US-Studie bestätigt wurde. Die erhöhte Gewebsdichte kann dazu führen, dass der Schutz vor Brustkrebs durch andere Faktoren wie frühe und mehrere Geburten beseitigt wird. Daher sollten Frauen, die sich einer Hormonersatztherapie unterziehen, den möglichen Effekt auf ihre Brustdrüsendichte an Hand ihrer Mammografiebilder mit dem behandelnden Arzt besprechen.

 

Im Rahmen des Mammographie-Screenings hat jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren Anspruch darauf, alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen zu werden. In Deutschland gibt es etwa zehn Millionen Anspruchsberechtigte. Ziel des Screenings ist es, Brustkrebs im Frühstadium zu entdecken. Also dann, wenn der Knoten noch nicht tastbar ist.

Bürokratendschungel und mangelnde Zusammenarbeit behindern Umsetzung
Doch der Anspruch besteht für die meisten bislang nur auf dem Papier: Die Umsetzung der politischen Vorgabe kommt in fast allen Bundesländern nur schleppend voran. Dies stellte die DGGG bei einer Umfrage fest. Befragt wurden die Landesministerien, denn für die Umsetzung sind die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen des Bundeslandes unter Aufsicht des zuständigen Gesundheitsamtes verantwortlich.

Die DGGG berichtet, dass sich die Zuständigen für eine rasche Umsetzung ausgesprochen hätten, doch würden die Vorhaben „in einem Gestrüpp aus bürokratischem Zuständigkeitsgerangel und mangelnder Kooperationsbereitschaft zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Kassen" festhängen. Darüber hinaus hapere es in einigen Bundesländern auch noch mit der Etablierung der Krebsregister, die für die Erfolgskontrolle des Screenings unerlässlich seien.

Den Experten der DGGG zufolge gibt es daher nur für zwei Prozent der Frauen, die einen Anspruch haben, tatsächlich ein Angebot: In den drei bestehenden Modellregionen Bremen, Weser-Ems sowie Wiesbaden und zum Teil in Bayern, wo zumindest die AOK und weitere Kassen ihren Versicherten die Früherkennung anbieten.

Forderungen der Experten
Die DGGG hält es für nicht möglich, bis Ende 2005 das Mammographie-Screening einzuführen, sondern rechnet damit, dass die Umsetzung noch Jahre dauern wird.

Um die somit bestehende Versorgungslücke zu schließen, schlägt die DGGG vor, auf regional bereits vorhandene Strukturen zurückzugreifen. Beispielsweise auf das Modellprogramm „Qualitätsgesicherte Mamma-Diagnostik", abgekürzt QuaMaDi, das 2001 in einigen schleswig-holsteinischen Landkreisen gestartet wurde. Bei QuaMaDi handelt es sich nicht um ein Screening-Programm, sondern der behandelnde Arzt stellt nach Anamnese und Untersuchung die Indikation für eine Mammographie und gegebenenfalls weitere Untersuchungen, etwa per Ultraschall. Eine Altersbegrenzung nach unten und oben gibt es dabei nicht. Mithilfe von QuaMaDi konnte der Anteil der früh entdeckten Brusttumoren binnen zweieinhalb Jahren um 20 Prozent gesteigert werden, während der Anteil der fortgeschrittenen Brustkrebse in diesem Zeitraum um den gleichen Prozentsatz sank.

Die DGGG fordert eine entsprechende Rechtsgrundlage, die derartige Programme wie QuaMaDi auch in anderen Bundesländern ermöglicht. Ebenso setzen sich die Experten dafür ein, dass das Einladungssystem des Mammographie-Screenings korrigiert wird, sodass auch Frauen jünger als 50 und älter als 69 die Früherkennungsmaßnahme wahrnehmen können. Denn schließlich tritt jeder zweite Brustkrebs bei Frauen dieser Altersgruppen auf.

Quelle:
Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vom 15.09.2004
www.dggg.de

 


 

Hinweis

Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten

Fachbegriffe

Lexikon