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Umfassende Versorgung bei familiärem Brustkrebs

[17.05.2005]  Für Frauen, die einem erhöhten familiären Risiko für Brust- und Eierstockkrebs ausgesetzt sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jetzt umfassende Versorgungsleistungen wie Beratung, Gentests und spezielle Früherkennungsprogramme.

 

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen besteht eine erbliche Veranlagung. In den betroffenen Familien tritt Brustkrebs oft in jeder Generation auf und befällt überwiegend jüngere Menschen. Dabei können auch gehäuft Eierstockkrebs sowie Brustkrebs bei Männern vorkommen.

Erfolgreiches Verbundprojekt „Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“
Nach der Entdeckung der so genannten Brustkrebs-Gene BRCA 1 und 2 Mitte der neunziger Jahre initiierte die Deutsche Krebshilfe das Verbundprojekt zum "Familiären Brust- und Eierstockkrebs", an dem zwölf Universitätskliniken teilnahmen. In diesen Zentren wurden Strukturen aufgebaut, um ratsuchende Menschen zu betreuen, Gen-Analysen durchzuführen und Früherkennungs- sowie Behandlungskonzepte zu erarbeiten.

Die Zusammenarbeit von Gynäkologen, Psychologen, Human- und Molekulargenetikern war sehr erfolgreich: Insgesamt wurden über 7.000 Menschen beraten, und bei über 3.000 Familien konnten Gentests durchgeführt werden. Hochrisiko-Patienten erhielten das Angebot einer engmaschigen Früherkennung, um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig und damit in einem heilbaren Stadium zu entdecken. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in über 100 Arbeiten in renommierten Fachzeitschriften.

Kassen zahlen intensive Betreuung der Brustkrebs-Risikofamilien
Die Erfolge des Verbundprojekts überzeugten die Spitzenverbände der Krankenkassen. Die intensive Betreuung der Familien, die von vererbtem Brust- und Eierstockkrebs betroffen sind, soll in Zukunft von den gesetzlichen Kassen finanziert werden. Dazu werden die zwölf Universitätskliniken Verträge mit den Krankenkassen abschließen. Die Zentren in Köln und Berlin haben bereits entsprechende Vereinbarungen mit den Kassen unterzeichnet. So wird gewährleistet, dass den Brustkrebs-Risikofamilien auch weiterhin eine hohe Qualität bei der Beratung und Versorgung angeboten werden kann.

Nur die Hälfte der Ratsuchenden ist tatsächlich von ererbtem Brustkrebs betroffen
Familien, die befürchten, von ererbtem Brustkrebs betroffen zu sein, sollten sich zwecks Beratung an eines der zwölf Zentren wenden. "Die Hälfte der Ratsuchenden können wir bereits im Erstgespräch beruhigen", erläutert Prof. Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln. "Wenn wir anhand der Stammbaum-Analyse sehen, dass es sich nur um eine zufällige Häufung von Krebsfällen in der Familie handelt, entlassen wir die Menschen in die reguläre Krebs-Früherkennung."
Wenn sich jedoch der Verdacht erhärtet, dass in der Familie eine Gen-Veränderung vererbt wird, dann erfolgen weitere Beratungen und medizinische Untersuchungen. Ein wichtiger Bestandteil des Beratungskonzepts ist dabei auch die psychologische Begleitung, die auf Wunsch der Betroffenen in Anspruch genommen werden kann.

Risiko-Patienten mit einer nachgewiesenen oder hoch wahrscheinlichen vererbten Gen-Veränderung werden heute verschiedene Möglichkeiten angeboten: Entweder engmaschige Untersuchungen, um mögliche Tumoren frühzeitig zu entdecken, oder die vorbeugende Entfernung von Brust- oder Eierstockgewebe. Allerdings nehmen nur weniger als fünf Prozent der Betroffenen die vorsorglichen Operationen in Anspruch. Der größte Teil der Risiko-Patienten entscheidet sich hingegen für das engmaschige Früherkennungsprogramm, das aus körperlicher Untersuchung, Ultraschall, Mammographie und in manchen Fällen auch Kernspin-Untersuchung besteht.

Quelle:
Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe vom 17.03.2005 


 

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