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Keine Zusätze mehr in Zigaretten

[12.08.2005]  Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat auf der Internetseite ihres Ministeriums eine Liste mit den Inhaltstoffen der verschiedenen Tabak- und Zigarettenmarken veröffentlicht. Künast will alle Krebs erregenden oder süchtig machenden Zusatzstoffe in Tabakwaren verbieten.

 

Die Liste befindet sich auf der Seite http://www.verbraucherministerium.de/index-0006B4416C301284A4626521C0A8D816.html. Ihr ist zu entnehmen, dass zu den häufig verwendeten Stoffen beispielsweise Menthol, Rum, Lakritze, Kakao, Zucker, Glycerin oder Weinsäure gehören. Aber auch Johannisbrotkernmehl, Milchsäure, Ammoniak, Zellulosefaser, Maissirup und Pflaumenextrakt werden aufgeführt. Wissenschaftler gehen von bis zu 600 Zusatzstoffen aus, die Zigaretten oder Tabak beigemischt werden. Bei der Verbrennung während des Rauchens entstünden allein über 1000 Stoffe.

Zusatzstoffe dieser Art sind zwar für Lebensmittel zugelassen, aber nicht bekannt ist, welche Substanzen bei der Verbrennung des Tabaks giftige Stoffe freisetzen oder dazu dienen, süchtig zu machen. Dies will Künast nun untersuchen lassen, denn Wissenschaftler vermuten, dass Zusätze wie Menthol und Ammoniak die Sucht verstärken, etwa indem der Hustenreiz beim Inhalieren gelindert oder die Nikotinaufnahme erhöht wird. Bei Stoffen wie Kakao und Honig besteht zudem der Verdacht, dass sie Jugendlichen das Rauchen erst schmackhaft machen.

Deutschland soll Vorreiterrolle bei Erforschung der Zusatzstoffe übernehmen
Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai erklärte Künast in Berlin: "Wenn wir erreichen wollen, dass vor allem Jugendliche gar nicht erst anfangen zu rauchen, darf Rauchen in der Werbung nicht als schick dargestellt werden. Aber auch Tabakzusatzstoffe machen jungen Menschen den Einstieg ins Rauchen leicht. Nicht zuletzt deshalb ist es mir ein Anliegen, die Risiken dieser Stoffe genauer erforschen zu lassen." Die Mitte Mai vom Bundesverbraucherministerium veröffentlichte Liste aller in Tabakprodukten enthaltenen Zusatzstoffe sei dazu ein erster wichtiger Schritt. "Wir haben mit der Liste transparent gemacht, was im Tabak drin ist. Dabei werden wir aber nicht stehen bleiben. Als nächsten Schritt nehmen wir uns die Wirkung der einzelnen Stoffe vor", erklärte die Ministerin.

Eine vom Bundesverbraucherministerium eingerichtete Arbeitsgruppe soll in den nächsten Monaten vorschlagen, mit welchen Prüfverfahren die Giftigkeit der Zusatzstoffe untersucht werden kann und welche Zusatzstoffe als erstes untersucht werden sollen. Bei ihren geplanten Untersuchungen hofft Künast auf die Unterstützung und Zusammenarbeit der übrigen EU-Mitgliedstaaten. Denn die Prüfung und Bewertung der vielen Zusatzstoffe könne ein Land allein nicht bewerkstelligen.

Ein pauschales Verbot aller Zusatzstoffe zu fordern, lehnt Künast ab. Jeder Stoff müsse untersucht und seine Wirkung bewertet werden. Bevor rechtliche Maßnahmen getroffen werden könnten, müssten diese Prüfungen abgeschlossen sein und wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse vorliegen.

Quellen:
Pressemitteilungen Nr. 129, 130 und 142 des Ministeriums für Verbraucherschutz, www.verbraucherministerium.de


 


 

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