Silikon-Implantate verursachen keinen Brustkrebs
[17.04.2006] In der Vergangenheit wurde immer wieder spekuliert, dass Silikon-Implantate Brustkrebs verursachen können. Offenbar zu Unrecht, denn dänische Forscher haben in einer Langzeitstudie keinen Anhalt für ein gesteigertes Krebsrisiko durch die Implantate gefunden.
Immer wieder gab es Vermutungen, Silikon-Implantate könnten als Spätschäden Brustkrebs hervorrufen. Konkrete Beweise gab es allerdings nicht. Betroffene Frauen können nun aufatmen: Eine Forschergruppe um Søren Friis von der Dänischen Krebsgesellschaft in Kopenhagen beobachtete bis zu 30 Jahre lang Frauen mit und ohne Silikon in der Brust. Der Vergleich zeigt, dass Brustkrebs in beiden Gruppen gleich häufig auftritt.
Langzeituntersuchung mit rund 4.500 Frauen
An der Studie nahmen 2.763 Frauen teil, die sich zwischen 1973 und 1995 in privaten Schönheitskliniken oder öffentlichen Krankenhäusern Dänemarks in einer Schönheitsoperation ein Brustimplantat aus Silikon hatten einsetzen lassen. Die Brustkrebs-Häufigkeit bei diesen Frauen wurde mit dem Auftreten von Brustkrebs bei 1.736 anderen Frauen verglichen, bei denen eine Schönheitsoperation anderer Art durchgeführt worden war.
Eine Häufung bösartiger Tumoren war unter den Frauen mit Silikonimplantaten nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Das Brustkrebsrisiko war sogar - gemessen an der Häufigkeit in der Normalbevölkerung - erniedrigt. Die Forscher erklären sich diesen Umstand jedoch nicht mit einer schützenden Wirkung der Implantate. Ein wesentlicher Grund für das geringere Auftreten von Brustkrebs nach der Schönheitsoperation führen Sören Friis und seine Kollegen auf die sorgfältige Vorbereitung des Eingriffs zurück. Zeigen sich dabei nur kleinste Veränderungen in der Brust, wird zunächst auf die Schönheitsoperation verzichtet und eine ausführliche Diagnostik eingeleitet.
Außerdem vermuten die Wissenschaftler, dass unter den Frauen, die sich ein Silikon-Implantat einsetzen lassen, generell weniger Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko sind. Das liegt daran, dass sich beispielsweise Frauen, in deren Familie gehäuft Brustkrebs auftritt, seltener ein kosmetisches Implantat einsetzen lassen als andere.
Frauen mit Schönheitsoperationen erkranken häufiger an Hautkrebs
Allerdings trat unter den Teilnehmerinnen mit Silikon-Implantaten häufiger Hautkrebs auf. Auch in der Gruppe der 1.736 Frauen mit anderen Schönheitsoperationen erkrankten mehr Frauen an Hautkrebs verglichen mit der Allgemeinbevölkerung. Deshalb vermuten die Wissenschaftler, dass Frauen, die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen und sich deswegen sogar operieren lassen, ihre Haut häufiger krebserregenden UV-Strahlen aussetzen, indem sie sich freizügiger kleiden, sich öfter in der Sonne aufhalten oder sich häufiger unter die Sonnenbank legen.
Quelle:
Friis et al. Cancer risk among Danish women with cosmetic breast implants. International Journal of Cancer, Volume 118, S. 998-1003; DOI: 10.1002/ijc.21433
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