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Mammographie-Screening und adjuvante Therapien senken Brustkrebs-Sterblichkeit

[18.05.2006]  Seit 1990 ist die Brustkrebs-Sterblichkeit in den USA um 25 bis 38 Prozent zurückgegangen. Dieser Erfolg ist zu gleichen Teilen dem Mammographie-Screening und modernen Behandlungen – so genannten adjuvanten Therapien – zu verdanken, wie sieben verschiedene Forschergruppen berechneten.

 

Im Jahr 1975 starben in den USA 48,3 von 100.000 Frauen im Alter von 30 bis 79 an Brustkrebs. Bis 1990 stieg die Rate leicht auf 49,7/100.000 an, fiel dann aber innerhalb eines Jahrzehnts auf 38,0/100.000 in 2002. Dies entspricht mit 24 Prozent immerhin einem Rückgang um fast ein Viertel. Während dieser Zeitspanne gab es zwei wichtige Veränderungen: die Einführung des Mammographie-Screenings und der adjuvanten Therapien.

Am Mammographie-Screening nahmen im Jahr 2000 in den USA 70 Prozent der Frauen über 40 Jahre teil. Inzwischen sind es wohl sogar schon mehr als 80 Prozent. Adjuvante Therapien werden bei Patientinnen angewandt, deren Brustkrebs im Frühstadium komplett entfernt werden konnte. Die adjuvanten Therapien senken das Risiko eines Rückfalls und erhöhen somit die Heilungs-Chancen. Eingesetzt werden dabei Antihormon- und Chemobehandlungen.

Welchen Anteil hat das Mammographie-Screening?
Welche Maßnahme senkt wie stark die Brustkrebssterblichkeit? Ist es mehr das Mammographie-Screening oder sind es eher die modernen adjuvanten Therapien? Das Cancer Intervention and Surveillance Modeling Network (CISNET), eine Initiative des US-National Cancer Institutes, lud sieben Forschergruppen ein, dies zu berechnen. Wichtig war vor allem, den Anteil des Mammographie-Screenings zu berechnen. Denn sie ist im Gegensatz zur adjuvanten Therapie weiter umstritten und in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, noch nicht flächendeckend eingeführt.

Die Forscher-Teams entwickelten auf denselben Datengrundlagen sieben unabhängige statistische Modelle, um die Abnahme der Brustkrebssterblichkeit zwischen 1975 und 2000 zu ermitteln.

Optimaler Nutzen durch Kombination: Screening plus adjuvante Therapien
Wie zu erwarten, kamen nicht alle Teams zu dem gleichen Ergebnis. So schätzte die Experten-Gruppe des Dana-Farber Cancer Institute in Boston, dass die Mammographie für 65 Prozent des Rückgangs verantwortlich sei, während das Modell des M. D. Anderson Cancer Center in Houston genau zu dem gegenteiligen Ergebnis kommt: 65 Prozent der Senkung seien der adjuvanten Therapie zuzuschreiben. Errechnet man aus allen Ergebnissen der sieben Forscher-Gruppen den Zentralwert (Median) der unterschiedlichen Berechnungen, dann könnte der Beitrag der Mammographie bei 46 Prozent oder etwa der Hälfte liegen.

Trotz der unterschiedlichen Beurteilung der quantitativen Beiträge sind sich die Forscher einig, dass beide - Mammographie-Screening und adjuvante Therapien - am Rückgang der Brustkrebs­sterblichkeit beteiligt waren. Sie ziehen das Fazit, dass der größte Nutzen nur durch beide Maßnahmen gemeinsam erreicht werden kann. Dies ist leicht zu verstehen, da Mammographie und adjuvante Therapien ineinander greifen. Eine Mammographie ist sinnlos, wenn anschließend keine Therapie erfolgt. Und Antihormon- und Chemotherapie sind umso wirkungsvoller, je frühzeitiger sie durchgeführt werden.

Quelle:
Berry DA et al. Effect of Screening and Adjuvant Therapy on Mortality from Breast Cancer;
New England Journal of Medicine; Volume 353; 1784-1792 (2005)


 

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