Home > Interessierte Frauen > Aktuelles/News > Archiv 2006 > Großteil der weltweiten Krebserkrankungen ließe sich vermeiden

Großteil der weltweiten Krebserkrankungen ließe sich vermeiden

[29.05.2006]  Ein Drittel aller weltweiten Krebserkrankungen geht auf neun vermeidbare Ursachen zurück. Dies berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Lancet. Wenn es gelingt, mit Vorsorgemaßnahmen diese Risikofaktoren zu vermeiden, wäre dies ein enormer Fortschritt in der Krebsbekämpfung.

 

Bei ihrer Analyse stützten sich die Forscher auf Daten des Comparative Risk Assessment Projects und der Weltgesundheitsorganisation. Danach verstarben im Jahr 2001 weltweit rund sieben Millionen Menschen an Krebs. Die Wissenschaftler untersuchten, welchen Anteil die folgenden neun Risikofaktoren daran hatten: Rauchen, Alkoholmissbrauch, Übergewicht, Bewegungsmangel, geringer Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung, Infektion mit Humanem Papillomvirus durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, Luftverschmutzung in Großstädten, Kohleheizungen sowie mit Hepatitis-B- bzw. Hepatitis-C-Virus verunreinigte Spritzen.

Bedeutsamste Risikofaktoren: Rauchen und Übergewicht
Die Berechnungen zeigen, dass mehr als ein Drittel (35 Prozent = 2,43 Millionen) der registrierten Krebstodesfälle auf diese neun Risikofaktoren zurückgehen. Risikofaktor Nummer eins ist mit Abstand das Rauchen, das allein für 21 Prozent der Todesfälle verantwortlich zeichnete.

Von großer Bedeutung für viele Krebserkrankungen ist auch das Übergewicht. Wer zu dick ist, hat unbestritten ein höheres Krebsrisiko, vor allem für Tumoren der Brust, des Darms, der Gebärmutter, der Nieren und der Speiseröhre.

Unterschiede gab es zwischen verschiedenen Regionen: Während in entwickelten Industrieländern vor allem Rauchen, Alkohol und Übergewicht eine Rolle bei der Auslösung von Krebserkrankungen spielten, waren es in Schwellen- und Entwicklungsländern Rauchen, Alkohol und ein geringer Anteil von Obst und Gemüse in der Ernährung. In Zentralafrika und Südasien wurde als häufigste vermeidbare Ursache für Krebstod unter Frauen die Übertragung von Humanem Papillomvirus durch ungeschützten Geschlechtsverkehr festgestellt.

Jeder kann für sich selber etwas tun
Da es sich bei den untersuchten Ursachen um vermeidbare Risikofaktoren handelt, könnte nach Ansicht der Forscher die Zahl der weltweiten Krebserkrankungen erheblich gesenkt werden, wenn die Menschen selbst auf eine gesündere Lebensweise achten bzw. die Lebensumstände verbessert werden würden.

Die neuen Empfehlungen orientieren sich weniger an einzelnen krebserzeugenden Substanzen oder Nahrungsinhaltsstoffen. Vielmehr rückt ein gesunder Lebensstil mit Verzicht aufs Rauchen, abwechslungsreicher Ernährung mit viel Gemüse und Obst und Vermeidung von Stress in den Mittelpunkt.

Quelle:
Ezzati, M., Danaei, G., Vander Hoorn, S., et al.: Causes of cancer in the world: comparative risk assessment of nine behavioural and environmental risk factors. The Lancet, Vol. 366, pp. 1784-1793 (19.11.2005)
 


 

Hinweis

Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten

Fachbegriffe

Lexikon