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Doch kein Krebs durch Handys?

[13.11.2006]  Die elektromagnetischen Felder von Handys, Mobilfunkbasisstationen und Funktürmen lösen anscheinend kein erhöhtes Krebsrisiko aus, wie die Daten einer internationalen Studie zeigen. Aber trotzdem gibt es Menschen, bei denen vermutlich durch die elektro¬mag¬netischen Felder Beschwerden ausgelöst werden können. Deshalb ist es ratsam, einfache Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

 

In Deutschland nutzen derzeit rund 60 Millionen Menschen Mobiltelefone. Die Gespräche laufen über mehr als 51.000 Basisstationen und rund 280.000 Antennen.

Die Daten der internationalen Studie, deren Initiator die Weltgesundheitsorganisation ist, wurden bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie in Leipzig im September 2006 vorgestellt. Die Studie wurde weltweit in 13 Ländern nach genau definierten Kriterien durchgeführt. Allein in Deutschland nahmen 30.000 Menschen teil.

Nord-Süd-Gefälle bezüglich Elektrosmog-Beschwerden
Die Auswertung der Daten ergab, dass Handynutzer kein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Das sagte Prof. Maria Blettner, Direktorin des Mainzer Universitätsinstituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik.

Die Anzahl der über Elektrosmog und gesundheitliche Nebenwirkungen klagenden Menschen ist dabei im Süden größer als im Norden: Während in Mecklenburg-Vorpommern lediglich rund 6 Prozent der Befragten von gesundheitlichen Beeinträchtigungen berichten, sind es in Bayern mit 13 Prozent gut doppelt so viele. Und das, obwohl bislang kein Zusammenhang zwischen dem Mobilfunk und Krankheit beim Menschen nachgewiesen werden konnte. Deshalb läuft derzeit noch eine Studie, die der Frage nachgeht, ob es in der Nähe von Mobilfunkstationen eine Häufung von Leukämie­erkran­kungen bei Kindern gibt. Erste Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Wie sich die Strahlung verringern lässt
Mit einigen einfachen Verhaltensregeln können Handynutzer dafür sorgen, die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten: Da beim Senden - also beim Verbindungsaufbau und Sprechen - das Handy generell mehr Strahlung erzeugt, sollte man das Handy nach dem Wählen erst ans Ohr halten, wenn die Verbindung zum Empfänger aufgebaut ist.

Außerdem ist die Strahlung umso geringer, je besser der Empfang ist. Bei schlechtem Empfang erhöht das Handy nämlich die Sendeleistung und damit auch die Strahlung. Wenn möglich, sollte man deshalb bei schlechtem Empfang den Standort wechseln. Manchmal reichen dabei schon ein paar Schritte bis zum Fenster oder vor die Tür. Denn generell gilt, dass die Strahlung im Freien niedriger ist als in Gebäuden oder Fahrzeugen.

Beim Zuhören regeln Handys die Sendeleistung meist nach unten. Wer allerdings in lauter Umgebung telefoniert, muss praktisch durchgängig senden, damit der Empfänger alles versteht. Deshalb empfiehlt es sich, zum Telefonieren einen ruhigen Ort aufzusuchen. Zudem verringert die Verwendung eines Headsets die Strahlenbelastung.

Quellen:
QUEBEB-Forschungsgruppe: Querschnittstudie zur Erfassung und Bewertung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch die Felder von Mobilfunkbasisstationen. Zwischenbericht zum Abschluss der Basiserhebung (2006).
http://www.gmds2006.de/Abstracts/247.pdf#search=%22Blettner%22 


 

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