Frauen über 70 vernachlässigen Brustkrebs-Früherkennung
[02.01.2007] Obwohl gerade bei älteren Frauen ein höheres Brustkrebsrisiko besteht, wähnen sich viele Seniorinnen jenseits der 70 fälschlicherweise in Sicherheit und vernachlässigen die Früherkennung. In Großbritannien nutzt nur eine von zehn Frauen über 70 diese wichtige Vorsorge. Das ergab eine Umfrage von „Breakthrough Breast Cancer“, einer der führenden gemeinnützigen Brustkrebs-Organisationen in Großbritannien.
Derzeit werden Frauen in Großbritannien zwischen 50 und 70 Jahren alle drei Jahre zum Mammographie-Screening eingeladen. Ältere Frauen haben ebenfalls das Recht auf eine Untersuchung, erhalten allerdings keine Einladung mehr, sondern müssen selbst aktiv werden und von sich aus ihren Arzt aufsuchen.
Ein Viertel er über 70-Jährigen wähnt sich irrtümlich in Sicherheit
Im Rahmen einer Studie wurden mehr als 2.200 Frauen im Alter über 50 Jahren befragt. Es ging darum, zu erfassen, wie viele Frauen das Mammographie-Screening nutzen und welche Gründe es sind, die Frauen von der Früherkennungs-Untersuchung abhält. Darüber hinaus sollte ein oberes Alterslimit für Routineuntersuchungen ermittelt werden.
Erschreckend war, dass mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Frauen, die nie zum Mammographie-Screening gingen, dachten, dass bei ihnen kein Brustkrebsrisiko bestehen würde. Fast alle Frauen, die über 70 waren (97 Prozent), waren sich nicht bewusst, dass das Brustkrebsrisiko gerade in ihrer Altersgruppe am größten ist. Denn ein Drittel der 41.000 jährlich in Großbritannien neudiagnostizierten Brustkrebsfälle wird bei Frauen entdeckt, die 70 oder älter sind. Weiter fand die Umfrage heraus, dass es gerade Frauen dieser Altersgruppe sind, die am seltensten regelmäßig ihre Brüste selbst untersuchen oder die gar nicht wissen, welche Anzeichen oder Symptome auf einen Brustkrebs hindeuten können.
Frauen über 70 müssen über Brustkrebsrisiko besser aufgeklärt werden
Die Organisation „Breakthrough Breast Cancer“ fordert eine Überprüfung der jetzigen Früherkennungs-Regelungen sowie eine bessere Brustkrebs-Aufklärung. Gerade ältere Frauen müssten über ihr höheres Risiko Bescheid wissen und darüber informiert sein, dass sie weiterhin zur kostenlosen Früherkennung gehen können. Weiter wäre zu überlegen, ob nicht auch Frauen über 70 noch eine Einladung zur Früherkennung erhalten sollten.
Auch in Deutschland werden Frauen nur im Alter zwischen 50 und 69 routinemäßig alle zwei Jahre zum Mammographie-Screening eingeladen. Dabei ist der Grund für diese Altersregelung rein ökonomisch. Denn bei älteren Frauen nimmt der Nutzen ab. Zwar steigt mit zunehmendem Alter die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, doch die Zahl der dadurch bedingten Todesfälle sinkt. Denn statistisch gesehen ist der Brustkrebs seltener bei den Betroffenen für den Tod verantwortlich, weil andere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden rein altersbedingt eine größere Rolle spielen.
Trotzdem gilt auch für Frauen über 70: Wird Brustkrebs früh entdeckt, bestehen gute Chancen auf Heilung. Deshalb sollten Frauen über 70 ihre Brust regelmäßig selbst untersuchen und auch die jährliche Tastuntersuchung beim Frauenarzt wahrnehmen. Ein möglicher Verdacht kann dann mittels Mammographie und/oder Ultraschall abgeklärt werden.
Quelle:
Nach Informationen von www.journalonko.de
Hinweis
Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten


