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Zunahme der Fettleibigkeit verursacht mehr Krebserkrankungen

[16.01.2007]  Experten warnen davor, dass durch die steigende Anzahl von übergewichtigen Menschen auch Krebserkrankungen zunehmen könnten, für die ein zu hohes Körpergewicht ein Risikofaktor darstellt. Schätzungen haben ergeben, dass dadurch allein in Großbritannien im Jahr 2010 bis zu 12.000 Menschen zusätzlich an Krebs erkranken könnten.

 

Das britische "Institute of Cancer Research" hat berechnet, dass, falls der Anteil an übergewichtigen Menschen wie geschätzt weiter zunimmt, auch die dadurch bedingten Krebsfälle immer mehr werden. Denn Fakt ist, dass Übergewicht für verschiedene Krebsarten einer der Risikofaktoren darstellt.

Gerade Krebsarten wie Brust- und Gebärmutterkrebs, deren Entstehung und Wachstum durch Hormone begünstigt werden, werden dabei gehäuft auftreten. Der Grund: Übergewichtige besitzen erhöhte Hormonwerte, da u.a. im Fettgewebe Hormone gebildet werden. Die Experten sind sich sicher, dass gerade deshalb das gehäufte Auftreten von Übergewicht zu einer erhöhten Anzahl von Brust- und Gebärmutterkrebs führen wird. Aber auch bei anderen Krebsarten wie beispielsweise Blasen- und Nierenkrebs ist der Zusammenhang nachgewiesen, wenn auch die genauen Mechanismen bislang nicht geklärt sind.

Übergewichtige Krebspatienten haben oft eine schlechte Prognose

Die englische Regierung hat Daten herausgegeben, nach denen im Jahr 2003 rund 24.2 Millionen Briten übergewichtig oder fettleibig waren. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass der Anteil der Übergewichtigen an der Gesamtbevölkerung von derzeit 60 Millionen Menschen um 14 Prozent zunimmt. Ende 2010 wären demnach insgesamt 27.6 Millionen Einwohner Großbritanniens übergewichtig.

Zusätzlich zum erhöhten Krebsrisiko habe Übergewichtige, die an Krebs erkranken, schlechtere Überlebens-Chancen. Dies liegt vermutlich daran, dass es bei ihnen schwieriger ist, einen Krebs im Frühstadium zu diagnostizieren und deshalb ein böser Tumor erst entdeckt wird, wenn er bereits fortgeschritten ist. Zusätzlich zu einem erhöhten Risiko für bestimmt Krebsarten besteht für Übergewichtige eine größere Gefahr, an Diabetes und Herzkreislauferkrankungen zu erkranken.

Die Forscher fordern umfangreiche Maßnahmen, mit deren Hilfe die Zunahme an Übergewichtigen gebremst oder bestenfalls gestoppt werden könnte. Denn das Übergewicht ist neben dem Rauchen der wichtigste Risikofaktor, der durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden kann. Deshalb sollte dringend an die Bevölkerung appelliert werden, einen Body Mass Index (BMI) zwischen 20 und 25 anzustreben.

Was ist Normalgewicht, was Übergewicht, was Fettsucht?
Als Faustregel für Normalgewicht gilt: Körpergröße in Zentimetern minus 100 = Normalgewicht in Kilogramm. Eine 165 cm große Person darf also 165 minus 100 = 65 kg als Normalgewicht wiegen. Diese Formel gilt mehr oder weniger für Männer und Frauen gleichermaßen. Zusätzliche 10 Prozent, das sind in unserem Beispiel 6,5 kg, sollten keinesfalls überschritten werden.

Genauer ist der „Body Mass Index“, abgekürzt BMI. Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. Ein BMI von 20 bis 25 gilt als normal. Liegt der BMI zwischen 25 und 30, liegt ein Übergewicht vor. Ab einem BMI von 30 liegt eine Fettsucht vor.

Im Internet gibt es diverse BMI-Rechner, die automatisch nach Eingabe der Körpergröße und des Gewichts den BMI errechnen, beispielsweise auf der Webseite der Universität Hohenheim unter http://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/bmi.htm.

Quellen:
Pressemeldung “Britain warned that obesity epidemic will cause thousands more cases of cancer” des Cancer Research Institutes UK vom 05. 12.2006 


 

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