Fettreiche Ernährung erhöht Brustkrebsrisiko
[20.05.2007] Die Ergebnisse einer Studie des amerikanischen Krebsinstituts (National Cancer Institute; NCI) lassen vermuten, dass eine sehr fettreiche Ernährung bei Frauen nach den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko erhöht. Daten von insgesamt 188.700 Frauen wurden ausgewertet.
Aus Tierversuchen ist der Zusammenhang zwischen fettreicher Ernährung und erhöhtem Krebsrisiko bekannt. Untersuchungen mit Menschen haben jedoch bislang keine schlüssigen Ergebnisse gebracht. Für die aktuelle Studie erfasste die Wissenschaftlerin Annie Thiebaut und ihre Kollegen die Ernährungsgewohnheiten von 188.700 Frauen. Alle Teilnehmerinnen hatten keine Regelblutung mehr und waren zu Studienbeginn zwischen 50 und 71 Jahre alt. Mittels Fragebogen wurde der Konsum von 124 verschiedenen Lebensmitteln erfasst und die Fettmenge als Prozentsatz der gesamten Energieaufnahme ermittelt. Die Ergebnisse reichten dabei von 20 Prozent bei dem Fünftel, die am wenigsten Fett zu sich nahmen, bis zu 40 Prozent bei dem Fünftel, das am fettreichsten aß. Die Teilnehmerinnen wurden danach im Durchschnitt rund vier Jahre lang begleitet. In dieser Zeit wurde bei 3.501 Teilnehmerinnen ein Brustkrebs entdeckt.
Stark fettreiche Ernährung erhöht Brustkrebsrisiko um 11 Prozent
Bei den Frauen, die sich am fettreichsten ernährten, trat Brustkrebs um elf Prozent häufiger auf. Das Risiko erhöhte sich in einem ähnlichen Ausmaß, egal ob die Frauen gesättigte, ungesättigte oder mehrfach ungesättigte Fette zu sich nahmen. Die Berücksichtigung der familiären Krankheitsgeschichte bei Brustkrebs, Rauchen, Körpergewicht oder Alkoholkonsum beeinflussten die Ergebnisse nicht. Die Frauen mit dem höchsten Fettkonsum nahmen allerdings eher Medikamente zur Hormonersatztherapie ein, die ebenfalls mit Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden.
Studienleiterin Annie Thiebaut erklärte, dass das Team einen direkten Zusammenhang zwischen der konsumierten Fettmenge und dem Brustkrebsrisiko nachgewiesen habe. Die Forscher gehen davon aus, dass andere Studien diesen Zusammenhang nicht erkannt hätten, da keine der Teilnehmerinnen in anderen Studien 20 oder weniger Prozent ihres Energiehaushalts über Fette abgedeckt habe. Der Grund für den Zusammenhang zwischen der fettreichen Ernährung und dem erhöhten Brustkrebsrisiko sei die erhöhte Hormonproduktion. Weitere Studien seien jedoch erforderlich, um die genaue Art des Risikos festzustellen.
Quelle:
Thiebaut, A.C.M., Kipnis, V., et al.: Dietary Fat and Postmenopausal Invasive Breast Cancer in the National Institutes of Health–AARP Diet and Health Study Cohort. Journal of the National Cancer Institute, Vol. 99(6): pp. 451-462 (2007).
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