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Antiöstrogen verringert langfristig Brustkrebs-Risiko

[12.06.2007] Antiöstrogene verringern das Risiko von gesunden Frauen an Brustkrebs zu erkranken, um ein Drittel. Dieser Effekt hält auch noch mindestens acht Jahre an, nachdem die Frauen aufgehört haben, das Medikament einzunehmen.

 

Die neuen Daten der IBIS-I-Studie (International Breast Cancer Intervention Study) wurden auf der internationalen Brustkrebskonferenz im Dezember 2006 vorgestellt. Die Veranstaltung im texanischen San Antonio gilt als weltweit wichtigste Konferenz speziell zum Thema Brustkrebs und stellte in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord auf: 8.000 Krebsärzte aus aller Welt informierten und tauschten sich untereinander aus. Auch die Frage „Kann Brustkrebs mithilfe von Medikamenten verhindert werden?“ beschäftigte die Wissenschaftler.

Neue Auswertung der IBIS-I-Studie

Der Brustkrebsexperte Prof. Jack Cuzick aus London präsentierte seinen Kollegen neue Langzeitdaten der IBIS-I-Studie. Sie zeigen, dass die vorbeugende Wirkung von Antiöstrogenen auch über die fünf Jahre dauernde Behandlung hinausgeht. Frauen, die das Medikament einnahmen, hatten über ein um 34 Prozent verringertes Risiko, an einem sogenannten hormonsensitiven Mammakarzinom zu erkranken. Diese bösartigen Brusttumoren werden durch das körpereigene Geschlechtshormon Östrogen zum Wachstum angetrieben.

An der IBIS-I-Studie nahmen 7.145 Frauen teil. Die Teilnehmerinnen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko nahmen fünf Jahre lang entweder ein Antiöstrogen oder ein Scheinmedikament (Placebo) ein. In den folgenden acht Jahren erkrankten 142 der Frauen, das Antiöstrogen erhalten hatten, an Brustkrebs. In der Placebo-Gruppe waren es 195 Frauen. Jack Cuzick betonte, dass diese Ergebnisse bestätigten, dass eine antiöstrogene Behandlung das Risiko einer Erkrankung für zumindest acht Jahre nach der Behandlung verringern kann. Zusätzlich scheinen fast alle der schweren Medikamenten-Nebenwirkungen nach Beendigung der Behandlung seltener aufzutreten. Während der Behandlungsphase jedoch kann die Vorbeugung mit einem Antiöstrogen mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein. Dazu gehören die Bildung von Blutgerinnseln sowie Änderungen an der Gebärmutterschleimhaut, wodurch sowohl gutartige als auch bösartige Tumoren entstehen können.

Wie effektiv und verträglich ist ein Aromatasehemmer in der Prävention?

Da die Aromatasehemmer gezeigt haben, dass sie in der Brustkrebstherapie den Antiöstrogenen in puncto Wirksamkeit und Verträglichkeit überlegen sind, überrascht es nicht, dass die modernen Wirkstoffe ein großer Hoffnungsträger in Sachen Krebsvorbeugung sind. Die aktuell laufende IBIS-II-Programm überprüft die Wirksamkeit eines Aromatasehemmers gegenüber einem Antiöstrogen bzw. Placebo bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Risiko für Brustkrebs. Der Vergleich gegenüber Antiöstrogen findet bei Frauen statt, bei denen zuvor eine gutartige Brustkrebsvorstufe mit dem Kürzel DCIS (Duktales in-situ Karzinom) behandelt wurde. Bei gesunden Frauen mit anderen Brustkrebs-Risikofaktoren wird die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Aromatasehemmers mit Placebo verglichen. Die ersten Ergebnisse der Studien werden 2010 erwartet.
Noch keine Zulassung für diese vorbeugende Behandlung

Was in den USA schon etabliert ist, hat bisher in Deutschland sowie im übrigen Europa keine Zulassung der Gesundheitsbehörden. Weder die Antiöstrogene noch die Aromatasehemmer sind in Deutschland für die vorbeugende Behandlung von Brustkrebs zugelassen und sollten derzeit daher auch nur während der Teilnahme an klinischen Studien wie dem IBIS-II-Programm >>>>> eingesetzt werden.

Quellen:

· Cuzick J et al. First results from the International Breast Cancer Intervention Study (IBIS-I): a randomised prevention trial. Lancet. 2002 Sep 14;360(9336):817-24

Cuzick J on behalf of the IBIS investigators. Long term efficacy of tamoxifen for chemoprevention - results of the IBIS-I study. Presented at San Antonio Breast cancer Symposium, 16th December 2006.

· Sestak I et al. Comparison of side-effect profiles during active treatment versus follow-up in the IBIS-I prevention study. Presented at San Antonio Breast cancer Symposium, 16th December 2006 


 

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