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Ballaststoffe senken Brustkrebsrisiko bei Frauen vor den Wechseljahren

[10.07.2007]  Frauen, die noch ihre Regelblutung haben, können ihr Brustkrebsrisiko durch eine sehr Ballaststoff reiche Nahrung halbieren. Das geht aus einer Untersuchung von Forschern der britischen Universität Leeds hervor.

 

Die Wissenschaftler beobachteten, dass Teilnehmerinnen, die 30 Gramm an unverdaulichen Fasern pro Tag zu sich nahmen über ein halb so großes Risiko verfügten wie Teilnehmerinnen, die weniger als 20 Gramm aßen. Allerdings galt dieser Zusammenhang nur für Frauen vor den Wechseljahren.

Daten von 35.000 Frauen im Alter von 35 bis 69
Janet Elizabeth Cade und ihre Kollegen werteten für die Studie die Daten von mehr als 35.000 Teilnehmerinnen im Alter von 35 bis 69 Jahren aus, deren Essgewohnheiten und Gesundheit über einen Zeitraum von sieben Jahren erfasst wurden. Anders als in früheren Studien zu diesem Thema nahmen auch Vegetarierinnen und Frauen teil, die kein rotes Fleisch aßen. Fast 16.000 Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie vor der Menopause (der letzten Regelblutung) und 18.000 hatten sie bereits hinter sich.

257 Frauen vor den Wechseljahren erkrankten im Laufe der sieben Jahre an Brustkrebs. Darunter waren vermehrt Frauen, die weniger Ballaststoffe zu sich nahmen. Der Zusammenhang zwischen der Menge der aufgenommenen Ballaststoffe und einer Brustkrebserkrankung konnte bei Frauen nach der Menopause nicht mehr festgestellt werden – in dieser Gruppe erkrankten 350 Frauen an Brustkrebs.

Grund für die Risikosenkung: Ballaststoffe greifen in Östrogenhaushalt ein
Die Autoren vermuten, dass Ballaststoffe beeinflussen, wie der Körper das Hormon Östrogen verarbeitet und reguliert. Möglich wäre es, dass die Ballaststoffe letztendlich zu einer Senkung des Östrogenspiegels führen. Da die Östrogenwerte vor den Wechseljahren im Allgemeinen höher sind und zwei Drittel aller Brustkrebserkrankungen durch Östrogen zum Wachstum angetrieben werden, könnte dies erklären, warum die Ballaststoff reiche Ernährung nur bei Frauen von den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko senkt.

Außerdem berichten die Forscher, dass die älteren Frauen, die innerhalb des Untersuchungs­zeitraumes an Brustkrebs erkrankten, oft Übergewicht hatten. Da nach den Wechseljahren Östrogen hauptsächlich im Fettgewebe gebildet wird, spiele der Risikofaktor „Körpergewicht“ offensichtlich eine größere Rolle für die Krebsentstehung als die Schutzwirkung der Ballaststoffe, vermuten die Wissenschaftler.

Was beeinhaltet eine Ballaststoff reiche Ernährung?
Während in Großbritannien täglich nur etwa 12 Gramm Ballaststoffe gegessen werden, schneiden die Deutschen mit 22 Gramm etwas besser ab, liegen aber trotzdem unter der empfohlenen 30 Gramm Menge pro Tag. Um diese Menge an unverdaulichen Fasern zu erreichen, sollten Frauen zum Frühstück ein Ballaststoff reiches Müsli essen, auf Vollkornbrot umsteigen und täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse zu sich nehmen. Besonders reich an den gesunden Fasern sind Hülsenfrüchte, Trockenobst oder Getreidekeime.

Quelle:
Cade JE et al. Dietary fibre and risk of breast cancer in the UK Women's Cohort Study. International Journal of Epidemiology; Advance Access published online on January 24, 2007


 

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