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Nikotin und Alkohol schädlicher als angenommen

[06.08.2007] Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Genuss alkoholischer Getränke wesentlich schädlicher als bisher vermutet. Wird zudem geraucht, ist die Quittung ein stark erhöhtes Risiko an Krebs – darunter auch Brustkrebs - zu erkranken. Die Neubewertung der WHO wurde in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“ veröffentlicht.

WHO wurde in der Fachzeitschrift „Lancet Oncology“ veröffentlicht.
Ein internationales Fachgremium von insgesamt 26 Experten aus 15 Ländern nahm die Bewertung vor. Nach dem Urteil der Experten sind alle alkoholischen Getränke wie beispielsweise Bier, Sekt und Schnaps als krebserregend anzusehen. Zudem ist die Liste der mit Alkohol ursächlich in Verbindung stehenden Tumoren länger geworden. Sie umfasst jetzt nicht mehr nur Zungen-, Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Leberkrebs, wie noch vor 19 Jahren, als das WHO-Krebsforschungsinstitut (IARC) letztmals eine Bewertung zu alkoholischen Getränken vorlegte. Jetzt machen die Experten den Alkohol auch für Dickdarmkrebs und Brustkrebs verantwortlich.

Dramatischer Risikoanstieg, wenn zusätzlich geraucht wird
Das Krebsrisiko erhöht sich laut der WHO selbst bei mäßigem Alkoholkonsum. Und es vervielfacht sich, wenn zum täglichen Trinken noch das Rauchen komme. "Wer Alkohol trinkt, sollte das maßvoll tun und unter keinen Umständen rauchen", warnt Peter Boyle, Leiter des IARC . Die WHO-Beauftragten fanden nach Durchsicht der aktuellen Daten heraus, dass bereits 50 Gramm Alkohol täglich ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für Kehlkopf-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs bewirken im Vergleich zu denen, die auf Alkohol verzichten. Bei Dickdarmkrebs steigt die Gefahr auf das 1,4-, bei Brustkrebs das 1,5-fache. 50 Gramm Alkohol sind in zweieinhalb Gläsern Wein oder 1,2 Litern Bier enthalten.

Wie eine Studie aus Südamerika zeigt, steigt das Krebsrisiko besonders bei gleichzeitigem Alkohol- und Nikotingenuss an. So war das Risiko für Speiseröhrenkrebs bei Personen mit einem Alkoholkonsum von 25 bis 50 Gramm täglich um das zwei- bis dreifache erhöht. Ähnlich war es in der Gruppe der Genussraucher. Eine bis sieben Zigaretten pro Tag verdoppelten das Risiko. Bei Leuten aber, die gleichzeitig tranken und rauchten, stieg die Krebsgefahr um das zwölffache.

Mediziner fordern Warnhinweise
Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass sich Alkohol auch positiv auf die Gesundheit auswirken kann. So mindert im Alter das tägliche Glas Wein oder ein Schluck Korn das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden. Sogar das Risiko für Nierenkrebs und Non-Hodgkin-Lymphomen wird gesenkt. Doch auf der anderen Seite kann Alkohol eine ganze Reihe von anderen Krebsarten verursachen – beispielsweise Brustkrebs. Gerade bei Frauen können schon zehn Gramm Alkohol (125ml Wein) am Tag unter Umständen zu viel sein.

Warnungen, wie sie bereits auf Zigarettenschachteln aufbracht sind, müssten auch auf die Etiketten von Bier-, Wein- und Schnapsflaschen. Das fordern Mediziner. Sie könnten beispielsweise lauten „Alkohol kann töten" oder "Alkohol kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen".

Quelle:
Baan R et al. Carcinogenicity of alcoholic beverages, Lancet Oncology, Vol 8, April 2007, S. 292-293 


 

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