Bezüglich Krebsrisiko hat „Pille“ Vor- und Nachteile
[12.10.2007] Eine britische Studie, die im September 2007, veröffentlicht wurde, sorgte für Schlagzeilen. Demnach sollten die Hormontabletten zur Empfängnisverhütung vor Krebs schützen. Das ist aber nur für bestimmte Krebsarten der Fall. Und zum Teil auch nur dann, wenn die Pille nicht länger als acht Jahre eingenommen wird. Außerdem wurden Daten ab 1968 ausgewertet. Die Ergebnisse erlauben daher nur Rückschlüsse auf Pillen der ersten Generation.
An der Untersuchung mit dem Titel „Royal College of General Practitioners Oral Contraception Study“ nahmen seit 1968 insgesamt 46 000 Frauen teil. Die Hälfte von ihnen verhütete mit kombinierten Hormonpräparaten, die andere Hälfte hatte die Pille nie genommen. Die Pillenanwenderinnen waren zu Beginn der Tabletteneinnahme durchschnittlich 29 Jahre alt. Im Schnitt nahmen sie die Hormontabletten 44 Monate lang ein. Forscher der Universität Aberdeen werteten nun die inzwischen über einen Zeitraum von 36 Jahren vorliegenden Daten aus, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die hormonelle Verhütung auf das Krebsrisiko hat.
Niedriges Krebsrisiko, wenn Pille nicht länger als acht Jahre eingenommen wird
Die Auswertung ergab ein um 12 Prozent niedrigeres Gesamtkrebsrisiko für die Frauen, die maximal die Pille über einen Zeitraum von acht Jahren eingenommen hatten im Vergleich zu denen, die die Pille nie genommen hatten. Das entspricht zirka einem Krebsfall pro 2.200 Frauen und Jahr weniger. Der Effekt ließ sich hauptsächlich auf ein vermindertes Darm-, Gebärmutter- und Eierstockkrebsrisiko zurückführen, eine Wirkung, die auch noch Jahre nach Ende der Einnahme nachweisbar war. Auf die Häufigkeit von Brustkrebs hatte das Verhütungsmittel in dieser Untersuchung hingegen keinen Einfluss. Ein Viertel der Frauen nahm die Pille mehr als acht Jahre ein. Bei ihnen zeigte sich ein deutlich höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs und bösartige Tumoren im zentralen Nervensystem.
Die Forscher warnen jedoch davor, die gemachten Ergebnisse einfach auf die Jetztzeit zu übertragen. Mittlerweile haben sich nämlich nicht nur die Hormonpräparate wesentlich verändert, sondern auch die Dauer der Einnahme sowie andere medizinisch-relevante Faktoren.
Quelle:
Hannaford PC et al: BMJ 2007; doi:10.1136/bmj.39289.649410.55 Online-Publikation vom 11. September 2007.
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