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Ältere Frauen profitieren vom Mammographie-Screening

[11.09.2008] Ein regelmäßiges Mammographie-Screening ist auch sinnvoll bei Frauen, die bereits 80 Jahre oder älter sind. Denn: Die Gefahr, dass ein Brustkrebs erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, wird dadurch minimiert. Allerdings wird nur bei jeder fünften Frau dieser Altersgruppe regelmäßig eine Mammographie gemacht. Das hat eine Studie in den USA ergeben.

Die Amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt Frauen eine jährliche Mammographie ab 40 Jahre ohne Angabe einer oberen Altersgrenze bei Frauen mit gutem Gesundheitszustand. Allerdings folgen die meisten US-Bürgerinnen nicht diesem Rat. Die Erfahrung lehrt, dass Frauen in diesem hohen Alter nur selten eine Mammographie erhalten, erst recht nicht, wenn sie unter Erkrankungen leiden, die ihre Lebenserwartung einschränkt.
In Deutschland wird das kostenlose Mammographie-Screening Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren angeboten.

Forscher werteten Daten von mehr als 12.000 Brustkrebs-Patientinnen aus
Brian D. Badgwell und seine Kollegen vom M. D. Anderson Krebszentrum im texanischen Houston, USA, werteten Daten der “Medicare”-Patientendatenbank aus, die von 1996 bis 2002 erhoben wurden. Sie analysierten, bei welchen der 12.358 an Brustkrebs erkrankten Frauen im Alter von 80 und in den fünf Jahren vor der Brustkrebs-Diagnose Mammographien gemacht worden waren. Die Frauen, die keine Mammographie erhalten hatten, wurden als „Nicht-Nutzerinnen“ definiert, die Frauen, die ein bis zwei Mammographien gemacht hatten, als „Unregelmäßige Nutzerinnen“ und Frauen, die drei oder mehr Aufnahmen machen ließen, als „Regelmäßige Nutzerinnen“.
Die Auswertung ergab, dass lediglich 22 Prozent der Frauen zu den “Regelmäßigen Nutzerinnen” zählten, 29 Prozent zu den Unregelmäßigen und 49 Prozent hatten in den fünf Jahren vor ihrer Diagnose keine Mammographie. Bei den regelmäßigen Nutzerinnen wurde häufiger ein Brustkrebs im Frühstadium entdeckt, während in den anderen beiden Gruppen häufiger Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurden.
Von den regelmäßigen Nutzerinnen lebten 94 Prozent noch fünf Jahre nach der Brustkrebs-Diagnose, während es bei den unregelmäßigen Nutzerinnen nur 88 Prozent und bei den Nicht-Nutzerinnen 82 Prozent waren. Jedoch warnten die Untersucher davor, ein längeres Überleben generell mit regelmäßigen Mammographien zu verknüpfen. Denn: Der Anteil der regelmäßigen Nutzerinnen, auch andere Erkrankungen mindestens fünf Jahre zu überleben, war mit 80 Prozent höher als der der unregelmäßigen Nutzerinnen (69 Prozent) und der der Nicht-Nutzerinnen mit 59 Prozent. Dies lässt vermuten, dass regelmäßige Nutzerinnen einen besseren Gesundheitszustand aufweisen im Vergleich zu Frauen, die nicht regelmäßig eine Mammographie machen lassen.

Fazit der Forscher: Mammographie kann auch noch im hohen Alter sinnvoll sein
Die Mammographie ist derzeit eine der besten Methoden, mit der ein Brustkrebs in einem frühen Stadium entdeckt werden kann, sodass noch sehr gute Heilungs-Chancen bestehen. Die Studie zeigt, dass regelmäßige Mammographien auch noch im hohen Alter sinnvoll sind. Ältere Frauen mit einem guten Gesundheitszustand sollten deshalb nach Ansicht der Untersucher in Betracht ziehen, alle 1 bis 2 Jahre eine Mammographie machen zu lassen.

Quelle:
Badgwell B et al. Mammography Before Diagnosis Among Women Age 80 Years and Older With Breast Cancer. Journal of Clinical Oncology, Vol 26, No 15 (May 20), 2008: pp. 2482-2488


 

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