Krebsoperation: Wiederaufbau von Brustgewebe ist möglich
[20.08.2008] Manchmal ist es bei der Brustkrebs-Therapie notwendig,
eine oder beide Brüste zu entfernen. Später gibt es verschiedene
Möglichkeiten, die verlorene Brust durch einen Wiederaufbau zu
ersetzen. Ob sich Frauen für oder gegen einen Wiederaufbau entscheiden,
hängt davon ab, wie gut sie über die verschiedenen Möglichkeiten
informiert wurden. Das hat eine aktuelle Untersuchung aus den USA
gezeigt.
Der erste Schritt in der Brustkrebstherapie ist meistens eine Operation. Manchmal reicht diese Maßnahme aus, um den Tumor vollständig zu entfernen. Dank des medizinischen Fortschritts ist dabei die Brust erhaltende Operation mittlerweile zum Standard geworden und wird einer vollständigen Entfernung der Brust nach Möglichkeit vorgezogen. Aber nicht immer kann bei der Operation die Brust erhalten werden. Gerade bei größeren Knoten ist es notwendig, das gesamte Gewebe der erkrankten Brust zu entfernen, um das Risiko für einen Rückfall zu verringern.
Nach der Brustamputation gibt es verschiedene Methoden des Wiederaufbaus. Wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of the American College of Surgeons“ berichteten, hängt die Entscheidung von betroffenen Frauen für oder gegen eine Brustrekonstruktion wesentlich davon ab, ob sie mit ihrem behandelnden Arzt ein ausführliches Gespräch darüber führen konnten oder nicht.
Gut informierte jüngere Frauen entscheiden sich eher für einen Wiederaufbau
Eine Beratung über geeignete Verfahren zur Herstellung von Brustprothesen oder -implantaten bzw. den operativen Wiederaufbau der Brust sollte heute zum Behandlungsstandard bei Brustkrebs gehören. Die Patientinnen werden dabei umfassend über die in Frage kommenden Techniken informiert und können anschließend eine Entscheidung treffen.
In der aktuellen Untersuchung waren allerdings nur knapp zwei Fünftel der US-Teilnehmerinnen über die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion informiert worden. Vor allem bei jüngeren Frauen sowie bei Frauen mit höherer Schulbildung wirkte sich der Informationsaustausch positiv aus: Hatte ein aufklärendes Gespräch zwischen Arzt und Patientin stattgefunden, nahmen die Betroffenen eine entsprechende Behandlung häufiger in Anspruch, als in Fällen, in denen kein Gespräch durchgeführt worden war.
Die amerikanischen Untersucher empfehlen, die Aufklärung von Brustkrebspatientinnen, die sich einer vollständigen Entfernung der erkrankten Brust unterziehen müssen, zu verbessern. Dabei sollten Ärzte auch Anschauungsmaterial verwenden, um die verschiedenen Techniken verständlicher erklären zu können.
Grennberg CC et al. Do Variations in Provider Discussions Explain Socioeconomic Disparities in Postmastectomy Breast Reconstruction? Journal of the American College of Surgeons 2008; 206(4), 605-615)
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