Sport senkt Brustkrebsrisiko vor der Menopause
[30.06.2008] Teenager und junge Frauen, die Sport treiben, erkranken später seltener an Brustkrebs. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher im Rahmen einer Studie mit mehreren zehntausend Teilnehmerinnen. Regelmäßige Bewegung ging dabei mit einem bis zu 23 Prozent geringeren Erkrankungsrisiko einher.Bekannt war bereits, dass Sport das Brustkrebsrisiko bei Frauen senkt, die bereits die Wechseljahre hinter sich haben. Ein Viertel aller Brustkrebserkrankungen tritt jedoch bereits vor den Wechseljahren auf. Ob Sport auch hier eine effektive Methode ist, der Erkrankung vorzubeugen, haben Sonia Maruti vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und Mitarbeiter anhand einer großen Datenerhebung von Krankenschwestern - der sogenannten „Nurses’ Health Study II“ - untersucht.
Regelmäßiger Sport in jungen Jahren reduziert Brustkrebsrisiko um 23 Prozent
Die 64.777 jüngeren Teilnehmerinnen dieser Studie wurden seit 1997 regelmäßig nach ihren sportlichen Aktivitäten befragt. Die Analyse zeigt, dass Frauen, die zwischen dem 12. und 22. Lebensjahr regelmäßig Sport trieben, später zu 23 Prozent seltener an Brustkrebs erkrankten. Um diese vorbeugende Wirkung zu erzielen, müssen die Frauen den Berechnungen von Maruti zufolge 39 metabolische Einheiten (MET) pro Woche verbrauchen, was in etwa 3,25 Stunden Jogging oder 13 Stunden forciertem Gehen pro Woche entspricht. Noch besser sind 54 MET/Woche oder mehr, wie in der Gruppe der sportlichsten Krankenschwestern. Hier kamen in den ersten 6 Jahren der Studie 136 Brustkrebserkrankungen auf 100.000 Personenjahre. In der Gruppe der am wenigsten sportlichen Frauen, die weniger als 12 MET pro Woche verbrauchten, waren es mit 194 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre etwa 40 Prozent mehr.
Entscheidend ist Anzahl der Sportstunden, nicht die Intensität
Wie groß der positive Einfluss des Sports ist, hängt von der Stundenzahl ab und nicht etwa von der Sportart oder der Intensität der körperlichen Betätigung. Eine Frau muss somit keine Marathonläuferin sein, um von den günstigen Effekten des Sports zu profitieren. Die vorbeugende Wirkung des Sports lässt sich damit erklären, dass der Körper von Sportlerinnen geringere Östrogenmengen produziert. So kann Sport den Eintritt der ersten Menstruation verschieben und bei Leistungssportlerinnen können Regelblutungen auch vollständig ausbleiben.
Quelle:
Maruti SS et al. A Prospective Study of Age-Specific Physical Activity and Premenopausal Breast Cancer. Journal of the National Cancer Institute,100,10: 728-737
DOI 10.1093/jnci/djn135
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