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Gütesiegel für Brustzentren mit hoher Qualität

[10.07.2008]  Jedes Jahr erkranken in Deutschland 57.000 Frauen an Brustkrebs. Dank hoher Qualitätsstandards in Diagnostik und Therapie haben viele der Betroffenen heute eine gute Chance auf Heilung. Praxen und Kliniken, die alle Qualitätsstandards erfüllen, können das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erwerben. Mittlerweile gibt es hierzulande mehr als 160 Brustzentren mit dem Gütesiegel, wie der DGS-Präsident Prof. Dr. med. Diethelm Wallwiener auf dem europäischen Brustkrebskongress in Hamburg berichtete.

Frauen mit Brustkrebs erhalten häufig den Rat, sich von Ärzten behandeln zu lassen, die sich auf Brustkrebs spezialisiert haben. Denn eine optimale Behandlung erhöht die Chance auf Heilung oder verlängert zumindest die Überlebenszeit. Aber an welchen Kriterien können Patientinnen erkennen, dass ein Zentrum die bestmögliche Behandlung anbietet? Allein der Begriff „Bustzentrum“ birgt nicht für hohe Qualität, denn diese Bezeichnung ist nicht geschützt. Um dem Wildwuchs der selbst ernannten Brustzentren entgegenzuwirken, haben die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Senologie - übersetzt: Brustheilkunde - ein Verfahren entwickelt, dass die Qualität der Zentren prüft und qualitativ hochwertige Zentren mit einem Gütesiegel, dem Brustzentrum-Zertifikat, auszeichnet.

Experte fordert weitere Therapieverbesserungen bei Brustkrebsbehandlung
Laut Wallwiener haben sich mehr als 160 Zentren in Deutschland bereits dem Zertifizierungsverfahren unterzogen, der seit 2003 angeboten wird. Das Prüfverfahren basiert auf Kriterien des Europäischen Parlamentes, soweit sie im Gesundheitswesen der Bundesrepublik umsetzbar sind. Europaweit ist das Zertifizierungskonzept der DGS und der DKG das erste wissenschaftlich-fachlich festgelegte und durch internationale Normen evaluierbare Verfahren. Die Überprüfung der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements erfolgt durch eine unabhängige Institution.

Damit eine Brustkrebspatientin optimal behandelt werden kann, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Die Therapieentscheidungen sollten entsprechend der aktuellen Leitlinien erfolgen und von den beteiligten Fachärzten zusammen mit der Patientin gefällt werden. Alle beteiligten Ärzte müssen auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisiert sein. Die Praxis oder Klinik sollte pro Jahr eine gewisse Mindestanzahl an Brustkrebs-Patientinnen behandeln. Wallwiener forderte, dass sich die Brustkrebstherapie in Deutschland und Europa ständig weiter verbessern müsste. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei, dass sich die verschiedenen Einrichtungen auf einheitliche Behandlungsstrategien einigen, die sich nach denselben Verfahren und Vorgaben richten.

Quellen:
Pressekonferenz anlässlich der 6. Europäischen Brustkrebs Konferenz (EBCC-6), Berlin, 16.4.2008
Deutsche Gesellschaft für Senologie: http://www.senologie.org/brustzentren/brust_zertifirichtl.htm

 

 


 

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