Impfung gegen HPV wird auch weiterhin empfohlen
[06.08.2008] Die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren wird von Krebs-Experten nach wie vor als sicher und gut verträglich eingestuft. Zuletzt hatten Meldungen über Todesfälle, die in zeitlichem Zusammenhang mit HPV-Impfungen standen, für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt.
Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hält weiterhin an ihrer Empfehlung zur Impfung gegen krebserregende Humane Papillomviren (HPV) fest. HPV können bei sexuellen Kontakten übertragen werden und sind der Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 6.500 Frauen an dieser Krebsart. Seit März 2007 wird die HPV-Impfung in Deutschland für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren offiziell empfohlen.
Anlass zur Unsicherheit in der Bevölkerung hatten allerdings zwei Todesfälle verursacht. Dabei handelte es sich um junge Frauen aus Deutschland bzw. Österreich, die unmittelbar nach der zweiten bzw. einige Wochen nach der ersten HPV-Impfung plötzlich verstorben waren.
Während des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin unterstrichen Experten der DKG, dass der Impfstoff auch nach eingehender Überprüfung als sicher und verträglich eingestuft werden kann. Die Krebsgesellschaft empfiehlt daher in vollem Einklang mit der Europäischen Arzneimittel-zulassungsbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut wie auch dem amerikanischen Center for Disease Control weiter wie bisher die uneingeschränkte Durchführung der HPV-Impfung. Vor Panikmache wird ausdrücklich gewarnt.
Obduktionen ergaben keinen Zusammenhang mit HPV-Impfung
Bei dem einen Todesfall in Deutschland im vergangenen Sommer handelt es sich um eine 18-jährige Frau, die am Tag nach der 2. Impfung plötzlich verstarb. Dieser Fall wurde erst infolge der Recherche der Herstellerfirma erfasst, und in der entsprechenden Datenbank des Paul-Ehrlich-Institutes in Langen dokumentiert. Obwohl die Ergebnisse der Obduktion keine Hinweise auf die Ursache des Todes der jungen Frau ergaben, und der Fall als so genannter „ungeklärter Todesfall“ bewertet wurde, hat das Paul-Ehrlich-Institut eigene, weitergehende Untersuchungen in Auftrag gegeben, die ebenfalls keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Impfstoff ergaben.
Der Fall in Österreich betrifft eine 19-jährige Frau, die drei Wochen nach der ersten Impfung tot aufgefunden wurde, auch hier konnte die Obduktion keinen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung nachweisen, auch dieser Todesfall wird als ungeklärter Todesfall bewertet.
Vermutlich zufälliges Zusammentreffen zwischen Tod und Impfung
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes tritt unter 15- bis 20-jährigen Frauen ein ungeklärter Todesfall pro 100.000 und Jahr auf, also etwa alle zwei Wochen einer. Da im Jahr 2007 zwei Fünftel der 15- bis 20-jährigen Frauen gegen HPV geimpft wurden, handelt es sich bei den beiden Todesfällen vermutlich um ein zufälliges Zusammentreffen unabhängiger Ereignisse.
Auch in den USA traten in zeitlichem Zusammenhang mit der HPV-Impfung drei Todesfälle auf. Aber auch hier konnte kein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung festgestellt werden, vielmehr fanden sich andere Ursachen. Die bisherigen Analysen durch das „Center for Disease Control“ und der amerikanischen Zulassungsbehörde „Federal Drug Association“ ergaben keine Häufung von bestimmten Erkrankungen oder Komplikationen, sodass der HPV-Impfstoff weiterhin als sehr sicher und verträglich eingestuft wird.
Eine Neubewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses scheint deshalb nach Aussage von Experten nicht notwendig.
Quelle:
„Krebsgesellschaft hält an Impfempfehlung fest“ Pressemitteilung der DKG vom 24.02.2008
Hinweis
Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten


