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Brustkrebs-Diagnose: Schonende Entnahme der Gewebeproben

[16.08.2008]  Wurde ein auffälliger Knoten in der Brust entdeckt, wird mittels Gewebeprobe geprüft, ob ein gut- oder bösartiger Tumor vorliegt. Bei der Gewebeentnahme empfehlen die aktuellen Leitlinien eine der folgenden drei Methoden: Stanzbiopsie, Vakuumbiopsie oder offene Biopsie.

Drei Viertel aller Knoten, die in der Brust entdeckt werden, sind gutartig. Nur jeder Vierte ist bösartig und ist somit ein Brustkrebs. Allerdings reichen weder Tastuntersuchung, noch Mammographie- bzw. Ultraschall-Untersuchung aus, um eine verlässliche Diagnose zu stellen. Erst die Entnahme einer Gewebeprobe, im Fachjargon Biopsie, und deren anschließende Untersuchung ist die einzig sichere Methode, um festzustellen, ob eine Veränderung in der Brust gut- oder bösartig ist.
Die Gewebeproben können heute mit schonenden Verfahren wie der Stanz- oder der Vakuumbiopsie entnommen werden, sodass keine oder kaum Narben zurückbleiben und nur eine örtliche Betäubung notwendig ist. In bestimmten Fällen kann es allerdings sinnvoll sein, das Gewebe in einer sogenannten „offenen Biopsie“ zu entnehmen. Dabei werden in einer kurzen Vollnarkose durch einen Hautschnitt die Proben im Rahmen einer kleinen Operation entnommen.

Stanzbiopsie
Bei ihr werden kleinere Gewebestücke unter lokaler Betäubung über eine Hohlnadel aus der Brust entnommen. Die verwendete Nadel ist etwa zwei Millimeter dick. Nach Lokalanästhesie der Haut wird unter Ultraschallkontrolle eine Führungskanüle bis zu dem verdächtigen Bereich vorgeschoben. Durch diese Kanüle lässt sich die an einem Biopsiegerät, der sogenannten "Biopsiepistole", sitzende Biopsienadel einführen. Mit der „Pistole“ wird die Nadel mit hoher Geschwindigkeit in den verdächtigen Bezirk geschossen und stanzt kleine zylinderförmige Gewebeproben aus. Bei tastbaren Veränderungen werden durch Vor- und Zurückziehen und Abkippen der Nadel mindestens fünf Stanzen aus unterschiedlichen Stellen des verdächtigen Bezirks benötigt, bei Befunden mit verdächtigem Mikrokalk bis zu 20. Die Haut muss nur einmal durchstochen werden. Die Prozedur geht schnell und ist kaum schmerzhaft.

Vakuumbiopsie
Eine neuere Technik, die Vakuum-Biopsie, erlaubt die komplett computergesteuerte und sehr exakte Entnahme von Proben mit mehr Gewebe. Aus dem gleichzeitig angefertigten Röntgenbild lässt sich die genaue Lage der Veränderung in der Brust ermitteln. Nur bei Befunden, die sich gut im Ultraschall darstellen lassen, kann diese Methode auch unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden. Nach örtlicher Betäubung der Haut lenkt der Computer die Biopsienadel gezielt an die verdächtige Stelle. Unter Vakuum wird Gewebe durch eine seitliche Öffnung in die Nadel gesaugt, abgetrennt und nach außen transportiert. Der Vorgang wird mehrmals wiederholt, bis mindestens 20 Proben entnommen sind. Auch hier werden die Proben bei Bedarf nach der Untersuchung geröntgt: Bei Mikrokalk ist so erkennbar, ob der verdächtige Bereich auch getroffen wurde. Die Vakuumbiopsie ist üblicherweise nicht belastend, dauert aber länger als die Stanzbiopsie und kann wegen der dickeren Nadel mit bis zu dreieinhalb Millimeter Durchmesser eine kleine Narbe hinterlassen.

Sabine Stürmer


 

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