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Die häufigsten Krebs-Irrtümer

[13.10.2008]  Die meisten Menschen haben falsche Vorstellungen über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Krebs. Das hat eine internationale Umfrage ergeben, deren Ergebnisse kürzlich auf dem Weltkrebskongress in Genf vorgestellt wurden.

Rund 30.000 Menschen in 29 Ländern waren befragt worden. Viele von ihnen glaubten, dass Krebs vor allem durch Umwelteinflüsse verursacht werde. Dem ist aber nicht so: Zu den Hauptursachen zählen ungesundes Konsumverhalten wie übermäßiger Alkoholgenuss und zu wenig Bewegung.

Alkohol erhöht Krebsrisiko
Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Krebsrisiko deutlich. In Ländern mit hohem Einkommen wie Österreich, Spanien, Griechenland, Australien und den USA glauben 42 Prozent der Menschen, dass Alkoholkonsum keine Auswirkungen auf das Krebsrisiko hat. In Ländern mit mittlerem Einkommen, etwa der Türkei, Rumänien und Serbien, gehen 26 Prozent der Befragten davon aus, dass Alkohol nicht das Krebsrisiko erhöht. In Ländern mit niedrigem Einkommen wie Kenia und Nigeria sehen nur 15 Prozent keinen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs. Richtig ist: Mit steigendem Alkoholkonsum erhöht sich das Krebsrisiko.
Zu viel Alkohol kann zu Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs führen. Bei Frauen begünstigt Alkohol die Entstehung von Brust- und Gebärmutterschleimhautkrebs. Wichtig: Die Kombination von Alkohol und Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Lungenkrebs, sondern auch für Gebärmutterhalskrebs.

Stress verursacht keinen Krebs
57 Prozent der Befragten in den wohlhabenden Ländern glauben, dass zu viel Stress Krebs verursacht. Das ist falsch, denn Experten sind sich sicher, dass Stress kein Risikofaktor für Krebs ist. „Luftverschmutzung“ gaben sogar 78 Prozent der Befragten als Krebsauslöser an. Dabei gilt Luftverschmutzung im Vergleich zum Alkoholkonsum als geringer Risikofaktor, sondern führt eher zu Asthma und zu chronischen Lungenerkrankungen.
59 Prozent der Befragten in den reicheren Ländern glauben, dass zu wenig Verzehr von Obst und Gemüse das Krebsrisiko erhöht. Richtig ist hingegen, dass viel Obst und Gemüse kaum vor Krebs schützen. Klar ist: Wer sich ausgewogen ernährt und viel Obst und Gemüse verzehrt, achtet meist mehr auf seine Gesundheit und sein Gewicht. Unbestritten ist, dass Übergewicht das Krebsrisiko steigern kann.

Krebs kann geheilt werden, wenn er früh erkannt wird
Früherkennung und die richtige Krebstherapie kann Leben retten. Denn: Wird Krebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen sogar heilbar. Das trifft vor allem auf Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs und den Schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu.
Umso wichtiger ist es, alle Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. Eine pessimistische Einstellung zur Behandlung von Krebs haben die Menschen in den Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen: In den ärmeren Ländern halten nur 52 Prozent Krebs für heilbar, während dies in den Ländern mit mittlerem Einkommen 61 Prozent glauben und in reichen Ländern sind es 83 Prozent. In den ärmeren Ländern überlassen 75 Prozent am liebsten ihrem Arzt alle Entscheidungen über die Behandlung. Ganz anders in den reichen Ländern: Dort wünschen sich 72 Prozent, dass Patient und Arzt gemeinsam entscheiden oder der Patient alleine das Sagen hat.

Quelle:
Nach Informationen der Ärztezeitung vom 27.08.2008


 


 

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