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Immer mehr britische Raucher verzichten auf Nikotin

[16.10.2008]  Seit Einführung der Gesetze zum Nichtraucherschutz in Großbritannien ist die Rate der Briten, die aufs Rauchen verzichten, erheblich angestiegen. Hält die positive Entwicklung an, könnte sich die Anzahl der Raucher in den nächsten 10 Jahren um bis zu 15 Prozent verringern. Am 1. Juli 2007 traten die Gesetze zum Nichtraucherschutz in England in Kraft. Seitdem darf an öffentlichen Plätzen inklusive Kneipen, Restaurants, Büros und öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr geraucht werden. Ähnlich Gesetze waren bereits zuvor in Schottland, Nordirland und Wales erlassen worden. Obwohl die Gesetze ursprünglich zum Schutz der Nichtraucher an ihrem Arbeitsplatz vor Passivrauchen erlassen worden waren, scheint es nun so, als wenn die Gesetze auch vermehrt Raucher dazu bringen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Umfrage mit mehr als 32.000 Briten
Forscher vom britischen Krebsforschungszentrum befragten mehr als 32.000 Briten bezüglich ihrer Rauchgewohnheiten in den 9 Monaten vor dem Inkrafttreten der Gesetze und in den 9 Monaten danach. Die Auswertung der Antworten ergab, dass 1,6 Prozent der Raucher vor dem 1. Juli 2007 mit dem Rauchen aufhörten, nach dem 1. Juli waren es hingegen 5,5 Prozent. Auf Basis dieser Ergebnisse rechneten die Wissenschaftler hoch, dass mindestens 400.000 ehemalige Raucher aufgrund der Nichtraucher-Schutzgesetze das Rauchen aufgaben.
Außerdem wird geschätzt, dass der Nikotin-Bann dazu beitragen wird, dass in den nächsten 10 Jahren 40.000 weniger Menschen in Großbritannien aufgrund von rauchbedingten Erkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Lungenkrebs und Herzerkrankungen sterben.
Der leitende Untersucher Professor Robert West von der Londoner Universität, berichtete: “Diese Daten zeigen die stärkste Abnahme der Raucher, seitdem Daten dieser Art erhoben wurden. Der Effekt war in allen Einkommensschichten gleich groß. Ich hätte nie einen solchen positiven Einfluss erwartet. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass die Anzahl der Raucher nicht wieder genau so stark zunimmt. Aber, wenn das Gesundheitsministerium diese Entwicklung im Laufe halten kann, ist es realistisch, dass wir in den nächsten 10 Jahren 15 Prozent der Raucher zu einem Ausstieg bewegen könnten."

Rauchen macht krank und kann vorzeitig zum Tod führen.
In Deutschland sterben jährlich 110.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums, das sind etwa 300 bis 400 Menschen täglich. Die Anzahl der durch das Rauchen ausgelösten Todesfälle ist höher als die von Aids, Alkohol, illegalen Drogen, Verkehrsunfällen, Morden und Selbstmorden.
Es gibt fast kein menschliches Organ, das nicht durch das Rauchen angegriffen wird und Schaden nimmt. Etwa die Hälfte aller regelmäßigen Raucherinnen und Raucher werden an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Von 50 Prozent der tabakbedingten Todesfälle sind Menschen im Alter zwischen 35 und 69 Jahren betroffen, sie büßen im Durchschnitt 20 Jahre ihrer normalen Lebenserwartung ein. Der Ausstieg aus dem Rauchen lohnt sich. Schon wenige Stunden nach dem Rauchstopp stellt sich der Körper um. Nach ca. 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck. Der Kohlenmonoxidgehalt im Blut vermindert sich nach ca. 8 Stunden. 24 Stunden nach dem Rauchstopp nimmt allmählich das Herzinfarktrisiko ab.

Beratung und Ausstiegsprogramme erleichtern Rauchverzicht
Nicht jeder schafft den Rauchstopp allein. Auf der Internetseite www.rauchfrei-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es viele Tipps und Informationen zum Thema Rauchverzicht. Ein spezielles Ausstiegsprogramm kann den Weg zum Nichtrauchen erleichtern. Darüber bietet die BZgA ein Beratungstelefon zum Thema "Nichtrauchen" an. Nähere Informationen dazu finden Interessierte auf der Internetseite.

Quellen:
www.patienthealthinternational.com
www.rauchfrei-info.de

 


 

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