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FDA warnt vor Betrug mit angeblichen Krebs-Wundermitteln

[16.11.2008] Die amerikanische Arzneimittelbehörde hat 23 Firmen abgemahnt, die in ihren Werbungen suggerieren, dass ihre Produkte bei Krebs wirksam sind. Nicht nur Krebspatienten, sondern auch Angehörige, die sich vor einer Krebserkrankung schützen möchten, fallen auf leere Versprechungen herein. Bei den Produkten handelt es sich um sogenannte „Heilpilze“, Kräutertees, pflanzliche Mittel, Vitamine und Mineralstoffe.

Leider knüpfen Krebspatienten oder deren Angehörige immer wieder ihre Hoffnung an Produkte, die als angebliche Wunderwaffe gegen Krebs beworben werden. Denn das Geschäft mit der Angst lohnt sich: Die angeblichen Wundermittel verkaufen sich meist höchst verfolgreich.
US-Forscher fanden heraus, dass beispielsweise weibliche Angehörige von Brustkrebs-Patientinnen große Angst davor haben, ebenfalls einen bösen Knoten in der Brust zu entwickeln. Cynthia Myers und ihre Kollegen vom H. Lee Moffitt Krebs- und Forschungszentrum in Tampa, Florida befragten 949 Frauen, in deren Familie bereits Blutsverwandte an Brustkrebs erkrankt waren und die somit ein moderat erhöhtes oder sogar stark erhöhtes Brustkrebsrisiko aufwiesen. Diese Frauen wurden danach befragt, ob sie jemals irgendwelche alternativen Methoden anwenden hätten, um ihr Brustkrebsrisiko zu senken. Jede zweite Frau beantwortete diese Frage mit „ja“. Bezüglich der Methoden, die ebenfalls erfragt wurden, wurden am häufigsten Vitamine (37.5%) genannt, gefolgt von spirituellen Maßnahmen (21.5%), Soja-Produkte (11.9%) und Kräuterzusätzen (7.8%).

in Ergebnis, das die US-Wissenschaftler nicht überraschte. Denn es ist nur zu gut verständlich, dass Frauen, in deren nahem familiären Umfeld bereits Brustkrebserkrankungen aufgetreten sind, sich schützen möchten. Allerdings sei es bedenklich, dass gerade Maßnahmen angewendet werden, für deren Wirksamkeit es keinen wissenschaftlichen Beweis gibt, schreiben die Autoren.

US-Behörde verschickt Mahnungen an 23 Firmen

In den USA hat nun die zuständige Arzneimittelbehörde 23 Firmen abgemahnt: Sie bewarben ihre Produkte im Internet mit Aussagen wie "heilt alle Krebsarten" oder "wirkt gegen Krebszellen und schont gesundes Gewebe". Betroffen sind insgesamt 125 Produkte, darunter "Heilpilze" wie der auch in Deutschland populäre Mandelpilz Agaricus, Reishi- oder Shii-Take-Pilze, Kräutertees wie Essiac und andere pflanzliche Mittel, die angeblich auf traditionelle schamanische Medizin zurückgehen.
Betroffen sind aber auch Produkte mit Vitaminen und Mineralstoffen. Viele dieser Produkte werden nicht nur in den USA, sondern auch in Europa vermarktet und können zum Beispiel aus Deutschland über das Internet bestellt werden.

Wirksamkeit nicht belegt, aber Nebenwirkungen möglich

Die amerikanische Arzneimittelbehörde weist darauf hin, dass die Wirksamkeit der Mittel nicht belegt ist. Aber darüber hinaus fehlen auch Unterlagen zur Sicherheit oder mögliche Nebenwirkungen der angeblichen Krebs-Wundermittel. Denn wie in den USA sind die entsprechenden Produkte auch in Deutschland nicht einmal als Arzneimittel zugelassen. Es handelt sich vielmehr um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel: Diese werden weder in Studien auf eine therapeutische Wirkung hin geprüft noch müssen sie ein Zulassungsverfahren wie "echte" Medikamente durchlaufen.
Die FDA warnt Verbraucher und Patienten ausdrücklich vor diesen "falschen Krebskuren" und den "betrügerischen Versprechen" auf den Internetseiten ihrer Anbieter.

Quelle:
Pressemitteilung „FDA warnt vor betrügerischen Krebsmitteln“ des DKFZ vom 25.06.2008 http://www.krebsinformationsdienst.de/Aktuelles/2008/news27.php
Myers C et al. Familial and Perceived Risk of Breast Cancer in Relation to Use of Complementary Medicine Cancer Epidemiol. Biomarkers Prev. 2008 17: 1527-1534.


 

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