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Viel rotes Fleisch in der Jugend erhöht Brustkrebsrisiko

[22.11.2008] Weibliche Jugendliche sollten in der täglichen Nahrung weißes Fleisch (Huhn, Truthahn) gegenüber rotem Fleisch bevorzugen. Denn ein hoher Verzehr von rotem Fleisch könnte das Risiko erhöhen, bereits vor den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken.

Wissenschaftler der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts untersuchten, inwieweit der Fleischverzehr bei heranwachsenden jungen Frauen einen Einfluss auf das Auftreten von Brustkrebs vor den Wechseljahren hatte. Dabei wurden die Daten von 39.268 Frauen der Nurses Health Study II ausgewertet. Im Rahmen dieser langfristigen Untersuchung werden seit 1991 Lebensstilfaktoren und der Gesundheitszustand von insgesamt 95.000 junge Krankenschwestern in den USA beobachtet. Es zeigte sich, dass bei den Teilnehmerinnen ein hoher Verzehr von rotem Fleisch in der Jugend das Risiko für Brustkrebs erhöhte.

Brustkrebsrisiko erhöht sich um 30 Prozent

Die 39.268 Frauen, bei denen speziell der Einfluss der Verzehrmenge von rotem Fleisch auf das Brustkrebsrisiko untersucht wurde, füllten einen ausführlichen Fragebogen zu den Ernährungsgewohnheiten während ihrer Jugend aus. Nach den Antworten bezüglich des Konsums von rotem Fleisch wurden die Befragten in fünf Gruppen aufgeteilt. Frauen, die in der Gruppe mit dem niedrigsten Konsum waren, hatten durchschnittlich 0.68 Portionen rotes Fleisch täglich zu sich genommen, während es bei den Frauen in der Gruppe mit dem höchsten Verzehr pro Tag 2.66 Portionen gewesen waren. Die Frauen in der höchsten Verzehrgruppe wiesen ein um 34 Prozent erhöhtes Brustkrebsrisiko im Vergleich zu den Frauen in der niedrigsten Verzehrgruppe auf. Dieser Befund war unabhängig davon, wie viel tierisches Fett die Heranwachsenden zu sich nahmen. Außerdem war der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und Brustkrebsrisiko ausgeprägter für Hormonrezeptor-positive Tumoren als für Hormonrezeptor-negative Tumoren. Die meisten Brustkrebserkrankungen sind Hormonrezeptor-positiv und werden somit durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen zum Wachstum angeregt.

Bewirken Wachstumshormone im Fleisch das erhöhte Krebsrisiko?

Linos und ihr Team vermuten, dass es insbesondere der Konsum von rotem Fleisch in der Zeitspanne zwischen der ersten Menstruation und der ersten Schwangerschaft ist, der sich auf das individuelle Brustkrebsrisiko auswirkt. Der Grund dafür sei, dass sich gerade in dieser Zeit das Drüsengewebe der Brust entwickele und ausdifferenziere. Interessanterweise haben beispielsweise Untersuchungen in Norwegen gezeigt, dass Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs ihre Pubertät durchliefen, ein um 13 Prozent erniedrigtes Brustkrebsrisiko hatten im Vergleich zu Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs bereits älter waren. Grund dafür könnte das kriegsbedingte rationierte Essen sein, das nur sehr wenig Fett und Fleisch enthielt.
Für den Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von rotem Fleisch und dem erhöhten Brustkrebsrisiko gibt es vermutlich mehrere Erklärungen, aber die genauen Mechanismen sind noch unbekannt. Ein Grund könnte möglicherweise der Hormongehalt des Fleisches sein, denn während der Schulzeit der Befragten wurden in den USA Tiere regelmäßig mit Hormonen gehandelt, um deren Wachstum zu fördern.

Quelle:
Eleni Linos et al: Red meat consumption during adolescence among premenopausal women and risk of breast cancer; Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2008; 17(8). August 2008


 

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