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Weniger Fett könnte Brustkrebsrisiko senken

[04.12.2008] Frauen, die wenig Butter, Margarine, verarbeitetes Fleisch oder Fisch essen, aber viel Brot- und Fruchtsaft konsumieren, weisen ein geringeres Brustkrebsrisiko auf als Frauen mit gegenteiligem Ernährungsmuster. Das zeigen aktuelle Daten der EPIC-Studie.

Grundlage der Untersuchung bildet die Potsdamer EPIC-Studie. Das Kürzel steht für „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“. Die Studie wurde 1994 begonnen und soll Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdecken. An der Untersuchung nehmen 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil, die bei Studienbeginn keinen Krebs oder eine der chronischen Erkrankungen hatten. Im Verlaufe der Studie werden die Ernährungsgewohnheiten erfasst und registriert, bei welchen Teilnehmern sich ein Krebs und/oder eine der chronischen Erkrankungen entwickelt. In der Auswertung lässt sich später u.a. herausfinden, ob bestimmte Ernährungsmuster häufiger mit Krebserkrankungen verbunden sind.

Bisherige Ergebnisse zu Fettverzehr und Brustkrebsrisiko widersprüchlich
Verschiedene in den 1980er Jahren durchgeführte Untersuchungen ließen einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Fettaufnahme, der Aufnahme gesättigter Fettsäuren und dem Brustkrebsrisiko vermuten. Folgestudien führten jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen. Die aktuellen EPIC-Daten weisen nun eher darauf hin, dass die in den 80er Jahren aufgezeigten Zusammenhänge auch heute noch gültig sind.
Um zur klären, ob sich in der EPIC-Studie ein Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und Brustkrebsrisiko zeigt, wertete das Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) separat die Daten der 15.351 Frauen aus, die an der EPIC-Studie teilnehmen. Dabei gingen die Forscher der Frage nach, ob ein an Fettsäuren abgeleitetes Ernährungsmuster identifiziert werden kann, das in einem direkten Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko steht und ob dieses auf günstige oder ungünstige Effekte der verschiedenen Fettsäurearten hinweist.

Fettreiche Ernährung erhöht Brustkrebsrisiko um das Ein- bis Zweifache
Die Forscher entdeckten Folgendes: In der Gruppe von Frauen, die gleichzeitig viel verarbeitetes Fleisch, Fisch sowie Butter oder andere tierische Fette und Margarine verzehrten, dafür aber wenig Brot und Fruchtsäfte konsumierten, traten im Verlauf von 6 Jahren etwa doppelt so viele Brustkrebserkrankungen auf wie in der Vergleichsgruppe, die sich gegenteilig ernährte. Damit identifizierten die Wissenschaftler ein Ernährungsmuster, das mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden ist. Einen positiven oder negativen Einfluss von ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren lässt das Muster allerdings nicht erkennen. Die beobachtete Risikobeziehung war unabhängig vom Körpergewicht der Frauen. Ebenso spielte es keine Rolle, ob sich die Frauen vor oder nach den Wechseljahren befanden oder ob sie eine Hormonersatztherapie bekamen.
"Nach unseren Ergebnissen haben Frauen ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wenn sie sich nach einem Ernährungsmuster ernähren, das durch eine hohe Fettaufnahme charakterisiert ist“, fasst Boing das Studienergebnis zusammen. Dieses Ergebnis decke sich mit den älteren Daten als auch mit erst kürzlich veröffentlichten Befunden anderer prospektiver Studien. Ob sich dieser Trend bei neueren Befunden fortsetze und ob negative oder positive Effekte bestimmten Fettsäurearten zugeordnet werden können, werden die nächsten Monate zeigen. „Auffällig ist auch, dass jüngste Studien mit Brustkrebspatientinnen auf günstige Effekte einer fettarmen Ernährung hinweisen", so Boeing.

Quellen:
Pressemitteilung „Bestimmte Ernährungsweise kann mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden sein“ des Deutsches Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) vom 28.10.2008
Schulz, M., Hoffmann, K., , Nöthlings, U., Schulze, M. B., Boeing, H.: Identification of a dietary pattern characterized by high-fat food choices associated with increased risk of breast cancer: the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam Study. Br. J. Nutr. in press (E-pub ahead of print) (2008)


 

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