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Expertentreffen zum Thema „Krebs und Sport“

[02.12.2008] Auf der Veranstaltung "Sport und Krebs 2008" trafen sich im November 2008 in München Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sowie Ärzte aus der Klinik und Praxis, um gemeinsam die aktuellen Erkenntnisse zum Thema „Krebs und Sport“ zu diskutieren. Denn Sport kann das Brustkrebsrisiko senken und bei bereits an Brustkrebs Erkrankten den Therapieerfolg unterstützen.

Die Veranstaltung „Sport und Krebs 2008“ wurde von der Universität München in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe organisiert. Den Teilnehmern ging es vor allem darum, sich darüber auszutauschen, wie künftig möglichst viele Gesunde, aber auch bereits an Krebs erkrankte Menschen von den aktuellen Erkenntnissen profitieren könnten.

Vier Stunden Sport pro Woche senkt Brustkrebsrisiko um 20-40 Prozent
Bezüglich Brustkrebs zeigen Untersuchungen, dass regelmäßiger Sport vorbeugend wirkt und damit das Brustkrebsrisiko senken kann. Bereits in den 80er Jahren wurde in den USA beobachtet, dass sportliche Frauen und Athletinnen weniger häufig an Brustkrebs erkrankten als Menschen, die sich wenig bewegten. Frauenärztin Professor Marion Kiechle aus München erläuterte auf dem Expertentreffen, dass Frauen, die einmal pro Woche Sport treiben und dabei ihren Puls erhöhen, seltener an Brustkrebs erkranken als Frauen ohne diese körperliche Aktivität. Ab einem Schwellenwert von etwa vier Stunden Sport pro Woche verringere sich das Risiko für Brustkrebs um 20 bis 40 Prozent. Je früher im Leben mit Sport begonnen werde, desto besser sei es, so Kiechle. Zudem sei der positive Effekt der regelmäßig sportlichen Bewegung größer, wenn das Körpergewicht im Normbereich liege.
Das habe erst kürzlich eine Studie von Professor Michael Leitzmann aus Regensburg gezeigt. Leitzmann hatte in den USA die Daten von 32.269 Frauen nach den Wechseljahren zwischen 1987 und 1998 ausgewertet. Demnach reduzierte regelmäßige intensive körperliche Aktivität das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken um 19 Prozent, so Kiechle, die Frauenärztin am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München ist. Als „intensive körperliche Aktivität“ galten in der Untersuchung anstrengende Sportarten wie schnelles Joggen, Tennis-Wettkämpfe, Aerobic, Radfahren bergan und schnelles Tanzen, aber auch schwere Haus- und Gartenarbeiten wie Fußböden-Schrubben, Fensterputzen, Umgraben und Holzhaken.

Auch Brustkrebs-Patientinnen profitieren von Sport
Sport und Krebs - was vor Jahren noch unvereinbar schien, wird heute von immer mehr Experten empfohlen. Ein Umdenken setzt ein: Weg von der „Schonhaltung“ und hin zu regelmäßiger, in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wohldosierter körperlicher Aktivität. Denn regelmäßige Bewegung fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann bei Brustkrebs vor einem Rückfall schützen, wie Untersuchungen belegen.
Patientinnen, die bereits an Brustkrebs erkrankt sind, sollten sich generell eher fettarm ernähren und eine Gewichtszunahme vermeiden, betonte Professor Wolfgang Eiermann, Direktor der Frauenklinik des Rotkreuzklinikums in München. Für Patientinnen, "die dafür offen sind", so Eiermann, seien sportliche Aktivität möglichst schon während der Chemotherapie empfehlenswert. Die körperliche Aktivität, die sich positiv auf Energiebilanz, Hormonhaushalt, Insulinspiegel und Immunsystem auswirke, führe zu mehr Fitness und trage dazu bei, Übelkeit, Erbrechen und Ermüdung während einer Chemotherapie zu verringern. Eiermann empfiehlt seinen Brustkrebs-Patientinnen am Ende der stationären Behandlung dreimal Sport pro Woche und zweimal pro Woche ein Verzicht auf das Abendessen (sogenanntes „Dinner-Canceling").
Laut Eiermann würden aber leider immer noch viele Patientinnen dazu neigen, ihre körperliche Aktivität einzuschränken. Nur etwa jede zweite Krebspatientin erreicht drei Jahre nach Erkrankungsbeginn wieder den Aktivitätslevel vor der Erkrankung. Die Folge sei oft eine Gewichtszunahme, die wiederum die Prognose verschlechtere. Eine Zunahme des Körpergewichts um mehr als fünf Kilogramm verringere das Gesamtüberleben um 20 Prozent, so Eiermann.

Quellen:
Nach Informationen der Ärzte Zeitung vom 27.11.2008
www.sportundkrebs08.de
Leitzmann MF et al. Prospective study of physical activity and risk of postmenopausal breast cancer. Breast Cancer Research, 10, 2008, R92; doi:10.1186/bcr2190


 

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