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Kann Leinsamen Hitzewallungen lindern?

[17.01.2008] Hormontherapien, die zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden, können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Forscher suchen deshalb nach Alternativen. US-Wissenschaftler haben nun in einer Studie herausgefunden, dass Hitzewallungen anscheinend durch den regelmäßigen Verzehr von gemahlenem Leinsamen gelindert werden kann. Allerdings müssen diese Ergebnisse noch in weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Die Hormontherapie mit Östrogen-Präparaten hilft wirksam gegen Hitzewallungen. Aber seit einigen Jahren ist wissenschaftlich bewiesen, dass Östrogen auf der anderen Seite das Risiko erhöhen kann, an Brustkrebs zu erkranken. Deshalb sollen Hormonpräparate nur noch dann eingenommen werden, wenn die Lebensqualität der betroffenen Frauen durch die Wechseljahresbeschwerden erheblich eingeschränkt ist und verträglichere Methoden/Medikamente keine Linderung verschaffen.
Dr. Sandhya Pruthi von der Mayo Clinic in Rochester/Minnesota und Mitarbeiter untersuchten, ob der Verzehr von Leinsamen bei Hitzewallungen hilft. Die Wissenschaftler testeten die Verträglichkeit und den Effekt der Leinsamen bei 28 Frauen, die erheblich unter Hitzewallungen litten: Alle Frauen hatten mindestens 14 dieser unangenehmen Schweißausbrüche pro Woche. Die Teilnehmerinnen wurden angewiesen, sechs Wochen lang zweimal täglich zwei Esslöffel gemahlenen Leinsamen aufs Müsli, in Fruchtsaft, in Joghurt oder aufs Obst zu streuen. Jeder Esslöffel lieferte 10 g Leinsamen, und die Frauen sollten pro 10 g verzehrten Leinsamens mindestens 150 ml Flüssigkeit trinken.

Leinsamen-Therapie reduziert Hitzewallungen um die Hälfte
In der letzten Woche der Leinsamentherapie sank der Score für die Hitzewallungen – ein Maß für die Häufigkeit und Schwere der Hitzewallungen – um durchschnittlich 57 Prozent bei einer medianen Abnahme von 62 Prozent. Die Zahl der Hitzewallungen pro Tag sank deutlich von 7,3 auf 3,6. Auch berichteten die Teilnehmerinnen über eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität mit weniger Ärger, Angst und Erschöpfung am Ende der Studie als zu deren Beginn.
Ausdehnungen des Bauchraumes oder Blähungen traten bei der Hälfte der Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt im Verlauf der Studie auf und sechs Frauen brachen die Leinsamen-Therapie vorzeitig ab, da sie unter Gewichtszunahme litten oder den Leinsamengeschmack nicht ertragen konnten.
Leinsamen enthält schwache östrogenartige Eigenschaften, „denen vermutlich der wahrscheinlichste Mechanismus seiner Wirksamkeit bei der Reduzierung der Hitzewallungsaktivität zuzuschreiben ist“, so die Wissenschaftler.
Allerdings stellt die Untersuchung noch keinen wissenschaftlichen Beweis dar, da die Anzahl der Teilnehmerinnen zu gering war und nicht gegen eine Vergleichsgruppe getestet wurde. Deshalb sind weitere Untersuchungen notwendig. Sollten sich in diesen die bisherigen Ergebnisse bestätigen, wäre Leinwand eine nützliche Alternative zu Östrogen in der Linderung von Hitzewallungen.

Quelle:
Pruthi S, et al "Pilot Evaluation of Flaxseed for the Management of Hot Flashes" Journal of the Society for Integrative Oncology 2007; 5: doi 10.2310/7200.2007.007.
 

 


 

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