Irrglaube: Wer nicht den Brustkrebs besiegt, muss daran sterben
[22.04.2008] Aufgrund der besseren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten haben heutzutage Frauen, die an Brustkrebs erkranken, eine größere Chance geheilt zu werden oder trotz ihrer Krebserkrankung noch viele Jahre zu leben. Allerdings besteht immer noch der Irrglaube, dass alle Brustkrebs-Patientinnen eines Tages an ihrem Brustkrebs versterben. Das stimmt nicht, wie erneut eine aktuelle Untersuchung zeigt.
Die bisherigen Studien belegen, dass gerade bei älteren Brustkrebs-Patientinnen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie nicht an den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung, sondern aufgrund anderer Ursachen versterben. Insbesondere gilt dies für Frauen, die im höheren Alter an einem sogenannten hormonsensiblen Brustkrebs erkranken und innerhalb der ersten fünf Jahre keinen Rückfall erleiden. Zwei Drittel aller Brustkrebserkrankungen sind hormonsensibel. Das bedeutet, dass der Tumor durch weibliche Geschlechtshormone zum Wachstum angeregt wird und somit durch einen Hormonentzug sehr wirksam behandelt werden kann.
Studie mit Daten von über 5.000 Brustkrebs-Patientinnen
Kanadische Forscher der Queen's Universität in Toronto werteten die Daten von 5.170 Frauen aus, die an einem hormonsensiblen Brustkrebs erkrankt waren. Alle Frauen hatten nach ihrer Operation vorsorglich fünf Jahre lang das Antiöstrogen Tamoxifen eingenommen und während dieser Zeit keinen Rückfall erlitten. Ein Teil der Studienteilnehmer erhielt danach noch einen anderen Hormonblocker mit dem Wirkstoff Letrozol oder Plazebo. Während der nun folgenden vierjährigen Beobachtungsphase verstarben 256 Frauen. 60 Prozent der Todesfälle standen in keinem Zusammenhang mit dem Brustkrebs. Bei den Patientinnen, die bereits 70 Jahre und älter waren, hatten sogar 72 Prozent der Todesfälle keinen Zusammenhang mit der Brustkrebserkrankung. Bei den Frauen, die jünger als 70 waren, hingen hingegen 52 Prozent der Todesfälle ursächlich mit dem Brustkrebs zusammen.
Experten-Rat: Generell auf Gesundheit achten und regelmäßig zur Früherkennung gehen
Die Forscher ziehen das Fazit, dass Brustkrebs-Patientinnen, bei denen es in den ersten Jahren zu keinem Rückfall gekommen ist, generell auf ihre Gesundheit achten und regelmäßig eine Mammographie machen lassen sollten, um einen Brustkrebs-Rückfall möglichst früh zu erkennen. Denn auch für den Rückfall gilt: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Quelle:
Nachricht “Breast cancer often not ultimate cause of death” der Organisation “People living with cancer” vom 12.02.2008; www.plwc.org
Hinweis
Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten


