Home > Interessierte Frauen > Aktuelles/News > Archiv 2008 > Brustkrebs bei jungen Frauen äußerst selten

Brustkrebs bei jungen Frauen äußerst selten

[30.05.2008] Anastacia, Kylie Minogue, Sheryl Crow und nun die erst 32-Jahre alte TV-Moderatorin Miriam Pielhau. Es sind die jungen prominenten Frauen, deren Brustkrebs-Erkrankung immer wieder für Schlagzeilen in den Medien sorgt. Dabei entsteht der Eindruck, dass gerade junge Frauen von Brustkrebs betroffen sind. Aber das ist falsch! Wahr ist, dass Betroffene im Schnitt 63 Jahre alt sind.

In Deutschland erhalten jedes Jahr 57.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Damit ist diese Krebsart die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Aber nur sehr selten sind die Betroffenen so jung wie Miriam Pielhau, denn statistisch gesehen liegt in der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren die Zahl der Neuerkrankungen nur bei 0,01 Prozent. Das heißt, nur bei einer von 10.000 Frauen in diesem Alter wird ein Brustkrebs entdeckt.
Es gibt auch keine Hinweise dafür, dass es immer häufiger junge Frauen trifft. Datenerhebungen zeigen, dass die Anzahl der Brustkrebserkrankungen bei Frauen unter 40 Jahren in den letzten Jahren nahezu stabil ist. Aber die betroffenen jüngeren Frauen werden einfach stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Wichtig für Frauen: Früherkennung nutzen
Generell steigt die Zahl der Fälle in Deutschland seit 1980 aber immer weiter an, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister hervorgeht. Experten vermuten, dass es die verbesserte Früherkennung ist, die dazu führt, dass mehr Brustkrebserkrankungen entdeckt werden. Sehr oft in einem frühen und somit heilbaren Stadium. Damit lässt sich auch erklären, warum seit den 90er Jahren die Todesrate leicht gesunken ist.
Das wichtigste Mittel im Kampf gegen Brustkrebs ist somit die Früherkennung. Wird ein Tumor rechtzeitig entdeckt, steigen die Heilungschancen deutlich. Häufig sind es die Frauen selbst, die einen Knoten in der Brust ertasten - wie bei Miriam Pielhau. Auch der Frauenarzt führt diese Untersuchung regelmäßig durch. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Abtasten durch den Arzt aber erst ab 30 Jahren. Bei einem erhöhten Risiko können weitere Maßnahmen sinnvoll sein. Diese sollten Frauen immer individuell mit ihrem Frauenarzt absprechen. Bei einem hohen Risiko kommt für Frauen nach den Wechseljahren vielleicht eine Teilnahme am IBIS-II-Programm in Frage, über das diese Internetseite ausführlich informiert.

Sabine Stürmer
Medizinjournalistin


 

Hinweis

Aufgrund fehlender Finanzmittel wird diese Seite zur Zeit nicht mehr aktiv gepflegt. Der aktuelle Stand bleibt zu Ihrer Information erhalten